Begleitfahrzeuge im Radsport Tony Martin fordert Ex-Profis ans Steuer

Der Tod von Antoine Demoitié hat die Diskussion um Begleitfahrzeuge neu angefacht. Radsportstar Tony Martin fordert Konsequenzen: fortan sollten nur Ex-Profis die Fahrzeuge lenken dürfen.

Tony Martin
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In der Sicherheitsdebatte im Profi-Radsport wünscht sich Zeitfahrspezialist Tony Martin höhere Anforderungen bei der Auswahl der Fahrer von Begleitfahrzeugen. Für sie sollte "ein spezieller Führerschein für Radrennen verpflichtend sein", sagte der 30-Jährige der "Sport Bild".

Martin würde "nur Ex-Radprofis ans Steuer lassen, weil sie gefährliche Rennsituationen viel besser einschätzen können. Mit den Team-Autos, die fast alle von Ex-Profis gesteuert werden, passiert ja auch nicht so viel."

Auch für die Markierung gefährlicher Stellen wie Verkehrsinseln, scharfer Kurven oder Kreisverkehren schweben Martin Änderungen vor: "Man könnte an Gefahrenstellen Luftballons anbringen, die wir Fahrer von Weitem sehen. Das würde viel bewirken und kostet noch nicht einmal viel Geld."

Die Sicherheitsdebatte im Radsport war nach dem tödlichen Unfall des Belgiers Antoine Demoitié am Ostersonntag beim Frühjahrsklassiker Gent-Wevelgem neu entfacht. Der 25-Jährige vom unterklassigen belgischen Team Wanty-Groupe Gobert war nach rund 150 Kilometern mit vier weiteren Fahrern gestürzt und von einem nachfolgenden Begleitmotorrad erfasst worden. In der Nacht zu Ostermontag erlag er seinen Kopfverletzungen. Ob sein Tod auf die Kollision mit dem Vehikel oder den Sturz selbst zurückzuführen ist, konnten Pathologen in einer Autopsie allerdings nicht zweifelsfrei klären.

In den vergangenen zwölf Monaten hatte es eine Reihe von Zwischenfällen gegeben. So war etwa der slowakische Weltmeister Peter Sagan bei der Spanien-Rundfahrt 2015 von einem Begleitmotorrad umgefahren worden. Zu Jahresbeginn hatte es weitere ähnliche Vorfälle gegeben.

mon/sid



insgesamt 8 Beiträge
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suplesse 05.04.2016
1. Ja klar!
So wäre die Sicherheit größer. Nur Profis wissen, wie Profirennen gefahren werden und wo man aufpassen muss. Aber bei vielen Rennen ist das schon so, dass Ex-Profis die Begleitfahrzeuge steuern.
Komet 05.04.2016
2. Gute Idee
Das mit den Luftballons finde ich eine gute Idee. Es ging mir auch immer so, dass bei einem Hinderniss wie einer Verkehrsinsel diese in einem Fahrerpulk nicht zu sehen war. Jeder weicht im letzten Moment aus. Manchmal reicht es eben nicht mehr.
deichgraffe 05.04.2016
3. Hört auf die Betroffenen
Tony hat Recht. Mittlerweile fahren zuviele Geldinteressen mit. Nicht jeder Promi muss in Begleitfahzeugen kutschiert werden und so mancher Fahrer ist in seiner Euphorie zu Hormondoof um aufmerksam Fahren zu können.
HerrStahl 05.04.2016
4. Ich versteh es eh nicht
Vielleicht ist es heute (für die meisten) ja schlicht undenkbar aber ginge es nach mir dürfte es gar keine (Team-)Begleitfahrzeuge und, mit Ausnahme von ein paar Kameras, auch keine Begleitmotorräder geben. Gestern wieder auf Eurosport gesehen. Der Führende fährt mit ~20 Sekunden Vorsprung vorneweg und um ihn herum 7 Motorräder. Dazu noch ein Fahrzeug direkt hinter ihm. Wofür ist das gut? Max drei neutrale Versorgungs-/Pannenfahrzeuge, fünf Kameramotorräder und das war's. Der Heli ist für gute Bilder ja schließlich auch noch in der Luft).
steeldust2001 05.04.2016
5.
Ne wieso? Wir Hobbyrennfahrer sind doch auch ständig von extra lauten Harleys umgeben, die noch viel schlechter fahren können. Keine Extra Wurst für die Profis! Mehr Harleys auf die Tour!
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