Begleitfahrzeuge im Radsport Tony Martin fordert Ex-Profis ans Steuer

Der Tod von Antoine Demoitié hat die Diskussion um Begleitfahrzeuge neu angefacht. Radsportstar Tony Martin fordert Konsequenzen: fortan sollten nur Ex-Profis die Fahrzeuge lenken dürfen.
Tony Martin

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Foto: ERIC GAILLARD/ REUTERS

In der Sicherheitsdebatte im Profi-Radsport wünscht sich Zeitfahrspezialist Tony Martin höhere Anforderungen bei der Auswahl der Fahrer von Begleitfahrzeugen. Für sie sollte "ein spezieller Führerschein für Radrennen verpflichtend sein", sagte der 30-Jährige der "Sport Bild".

Martin würde "nur Ex-Radprofis ans Steuer lassen, weil sie gefährliche Rennsituationen viel besser einschätzen können. Mit den Team-Autos, die fast alle von Ex-Profis gesteuert werden, passiert ja auch nicht so viel."

Auch für die Markierung gefährlicher Stellen wie Verkehrsinseln, scharfer Kurven oder Kreisverkehren schweben Martin Änderungen vor: "Man könnte an Gefahrenstellen Luftballons anbringen, die wir Fahrer von Weitem sehen. Das würde viel bewirken und kostet noch nicht einmal viel Geld."

Die Sicherheitsdebatte im Radsport war nach dem tödlichen Unfall des Belgiers Antoine Demoitié am Ostersonntag beim Frühjahrsklassiker Gent-Wevelgem neu entfacht. Der 25-Jährige vom unterklassigen belgischen Team Wanty-Groupe Gobert war nach rund 150 Kilometern mit vier weiteren Fahrern gestürzt und von einem nachfolgenden Begleitmotorrad erfasst worden. In der Nacht zu Ostermontag erlag er seinen Kopfverletzungen. Ob sein Tod auf die Kollision mit dem Vehikel oder den Sturz selbst zurückzuführen ist, konnten Pathologen in einer Autopsie allerdings nicht zweifelsfrei klären.

In den vergangenen zwölf Monaten hatte es eine Reihe von Zwischenfällen gegeben. So war etwa der slowakische Weltmeister Peter Sagan bei der Spanien-Rundfahrt 2015 von einem Begleitmotorrad umgefahren worden. Zu Jahresbeginn hatte es weitere ähnliche Vorfälle gegeben.

mon/sid
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