Radsport Weltverband sperrt sich gegen Winokurow-Comeback

Umstrittene Rückkehr: Radprofi Alexander Winokurow plant nach einjähriger Dopingsperre einen Wiedereinsteig in den Rennzirkus. Protest kommt vom Radsport-Weltverband. Da der Kasache seine Karriere nun doch nicht beendet, habe er die übliche Suspendierung über zwei Jahre abzusitzen.


Hamburg - Radprofi Alexander Winokurow, dessen Sperre wegen Fremdblutdopings am 24. Juli 2008 ablief, eifert dem Beispiel Lance Armstrongs nach und plant seine Rückkehr für die kommende Saison. "Ich habe mein Image und meine Karriere Stein für Stein aufgebaut, so will ich nicht aufhören", wird Winokurow auf der Homepage des belgischen TV-Senders "Sporza" zitiert.

Dopingsünder Winokurow: Umstrittene Comeback-Pläne
DPA

Dopingsünder Winokurow: Umstrittene Comeback-Pläne

Diesen Plänen will der Radsport-Weltverband UCI einen Strich durch die Rechnung machen. "Er darf erst zurückkehren, wenn er seine Zweijahressperre akzeptiert", kündigte UCI-Präsident Pat McQuaid an.

Der kasachische Verband hatte Winkurow, der im Vorjahr nach der 15. Tour-Etappe des Fremdblutdopings überführt worden war, nur für ein Jahr aus dem Verkehr gezogen. Da der 35-Jährige, der stets seine Unschuld beteuerte, Anfang Dezember seinen Rücktritt erklärt hatte, verzichtete die UCI auf einen Einspruch gegen diese milde Strafe. Nun kündigte der Weltverband den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas an, um gegen Winokurow die übliche Zweijahressperre zu erwirken.

Wie Armstrong sieht Winokurow seine Zukunft im Astana-Team, das ihn im Vorjahr nach seinem positiven Dopingtest suspendiert und sich von der Tour zurückgezogen hatte. "Ich denke, ich habe meinen Platz bei Astana", sagte der Vuelta-Sieger von 2006. Im kommenden Jahr plane er jedoch keinen Tour-Start. Stattdessen sei sein "erstes Ziel" im Frühjahr der Giro d'Italia, ehe er eventuell 2010 nach Frankreich zurückkehre.

Ob Astana, das auch wegen des Dopingfalls Winokurow bei der diesjährigen Tour nicht starten durfte, den verlorenen Sohn mit offenen Armen empfängt, ist fraglich. "Es ist Winokurows Wunsch. Mit uns hat es keinen Kontakt gegeben", betonte Astana-Sprecher Philippe Maertens.

jok/dpa



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