Radsport Zabel fährt trotz Doping-Geständnisses weiter

Erik Zabel wird weiter für das Team Milram an den Start gehen, obwohl er zugegeben hat, früher gedopt zu haben. Der Sprintstar wird bereits morgen wieder in den Sattel steigen. Ob er bei der WM starten darf, ist noch unklar.


Bremen - Das Team Milram teilte heute mit, dass Zabel seinen bis 2008 gültigen Vertrag bei dem deutsch-italienischen Rennstall erfüllen wird. Allerdings will Milram Ende dieses Jahres noch einmal überprüfen, ob Zabel auch in der kommenden Saison weiterfahren darf. Der 36-Jährige hatte am vergangenen Donnerstag zugegeben, sich 1996 mit Epo gedopt zu haben. Über Pfingsten waren Zabel, die Team-Manager Gerry van Gerwen, Gianluigi Stanga und Martin Mischel, Vorstandsmitglied des Sponsors Nordmilch, zu einem Krisengespräch zusammengekommen, das sieben Stunden dauerte.

Radstar Zabel: Bald wieder im Sattel
AFP

Radstar Zabel: Bald wieder im Sattel

"Ich bin dankbar, dass die Verantwortlichen meine Offenheit begrüßen und entschieden haben, dass ich weiterhin für das Team Milram fahren darf", zeigte sich Zabel erleichtert.

Stanga sagte: "Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Das Team Milram nimmt den Ehrenkodex der ProTour-Teams sehr ernst. Aber das Vergehen Zabels liegt elf Jahre zurück und ist gemäß dem Anti-Doping-Reglement des Weltverbandes UCI verjährt."

Van Gerwen ergänzte: "Wir haben sofort mit dem Präsidenten der UCI , Pat McQuaid, dem Präsidenten der Vereinigung der Rennställe IPCT, Patrick Lefevere sowie mit Christian Proudhomme vom Tour-de-France-Veranstalter Aso Kontakt aufgenommen. Alle drei haben uns in der Entscheidung bestärkt, dass Zabel weiter für das Team Milram fahren darf. Zabels Offenheit muss Vorbildscharakter im Peloton haben."

Auch der Hauptsponsor steht zum Dopingsünder. "Wir sehen die Aussage Zabels als zwar späten, aber wichtigen Beitrag für die Aufbereitung der Vergangenheit. Ein sauberer Radsport ist eine maßgebliche Grundlage unseres noch jungen Sponsoringengagements. Der Vorfall wird aber trotzdem noch zu Sanktionen für Erik Zabel führen, die wir ihm in den nächsten Wochen mitteilen werden", sagte Mischel.

"Erik ist eine Ikone im Radsport, ich bin sehr froh, dass er dem Radsport erhalten bleibt", sagte UCI-Chef McQuaid. "Ich glaube ihm, dass er seit Mitte 1996 sauber war. Er kann unserem Antidopingkampf als Fahrer mehr nutzen als durch einen Rücktritt."

Zabel wird bei der Bayern-Rundfahrt starten, die morgen in Garmisch-Partenkirchen beginnt. Rennorganisator Ewald Strohmeier sagte: "Wir freuen uns auf ihn." Ob der WM-Zweite des Vorjahres bei der Weltmeisterschaft in Stuttgart im September starten darf, wird in den kommenden Tagen der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) entscheiden. BDR-Präsident Rudolf Scharping kommentierte die Entscheidung von Milram: "Als Fan freue ich mich, dass ein guter Freund nach einem einmaligen Fehltritt, der elf Jahre zurück liegt, nicht fallengelassen wird." Der Verband werde den Fall aber sorgfältig prüfen.

Zabel, der 2005 vom Team T-Mobile zu Milram wechselte, zeigte sich erleichtert über die Entscheidung: "Es war mir wichtig, meine Vergangenheit offen zu legen. Nachdem ich mich am Donnerstag bei der Öffentlichkeit entschuldigt habe, möchte ich mich ausdrücklich auch gegenüber der Leitung und meinen Kollegen im Team Milram bei unserem Hauptsponsor entschuldigen."

all/sid/dpa



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nanouc 27.05.2007
1. leistungssport
Ich hatte das schon mal in einem anderen thread thematisiert. Leistungssport ist dem rock n' roll näher als der ohrenbeichte. Den sauberen ehrlichen sport gibt es nicht. Siehe Mühlegg, Baumann, Ulrich usw usf. Die liste ist endlos. Warum also einer heeren idee nachhängen. Beim popstar regt sich doch kaum noch einer auf, wenn er mal mit koks , h, amphys oder eine minderjährigen erwischt wird. Warum soll der leistungssport anders sein? Also sollte jeder, der leistungssport betreibt mit dem generalverdacht des dopings leben. Dann kann es auch nicht zu solchen szenen wie bei Aldag und Ete kommen. Keine sportförderung durch den staat und wir sparen noch eine menge geld für die ausrichtung von olympia, wm und sonstigen großereignissen. Soll doch dann ein sponsor über pay tv die unterhaltung zahlen. Wie übrigens jetzt schon bei der championsleague.
Stefanie Bach, 27.05.2007
2. Wettbewerb
Zitat von nanoucIch hatte das schon mal in einem anderen thread thematisiert. Leistungssport ist dem rock n' roll näher als der ohrenbeichte. Den sauberen ehrlichen sport gibt es nicht. Siehe Mühlegg, Baumann, Ulrich usw usf. Die liste ist endlos. Warum also einer heeren idee nachhängen. Beim popstar regt sich doch kaum noch einer auf, wenn er mal mit koks , h, amphys oder eine minderjährigen erwischt wird. Warum soll der leistungssport anders sein? Also sollte jeder, der leistungssport betreibt mit dem generalverdacht des dopings leben. Dann kann es auch nicht zu solchen szenen wie bei Aldag und Ete kommen. Keine sportförderung durch den staat und wir sparen noch eine menge geld für die ausrichtung von olympia, wm und sonstigen großereignissen. Soll doch dann ein sponsor über pay tv die unterhaltung zahlen. Wie übrigens jetzt schon bei der championsleague.
Wir diskutieren hier doch nur Symptome einer kulturellen Frage: Sind wir in der Lage, geregelten Wettbewerb zu organisieren und zu praktizieren? Der geregelte Wettbewerb wird durch Doping und Dumping bedroht. Beides sind Angriffe auf die Bedingungen eines geregelten, gerechten Wettbewerbs. Vielleicht hat Ulrich gedopt, wir wissen es nicht, was wir wissen ist, dass die SPD-Fraktion Mitarbeiter zu Dumping-Löhnen beschäftigt, hierher gehört der Schwerpunkt der Aufregeung. Widerspruch! Wir müssen als Gesellschaft die Frage klären, ob wir bereit sind, den Bedingungen eines fairen, geregelten Wettbewerbs zu entsprechen. Der Sport ist nur ein (kleiner) Bereich. Ihn alleine aufzuräumen ist zu wenig. Politik und Wirtschaft gehören ins Zentrum. Stefanie Bach Magazin Deutsch (http://www.magazin.institut1.de/)
Seifert 27.05.2007
3. Doping-Sumpf
Würde Doping zum Offizialdelikt erklärt -also jede Form der Leistungssteigerung durch Manipulation unter Strafe gestellt-ginge zwar im internationalen Sport das Licht aus,es bestünde aber die Chance,dass der Sport insgesamt sauberer würde. Leider bleibt das wohl Utopie,wie ja wohl auch der Amateurstatus Großvaters Art schon längst zu Grabe getragen wurde und damit dem Doping massiven Ausmaßes international der Weg bereitet wurde. Ich befürchte,das keine Sportart(nicht mal Angeln oder "Taubensport")ohne Dope auskommt. Bliebe noch die Freigabe:aber soll man sie wirklich schlucken +spritzen lassen,was das Zeug hält? Schade,Tom Simpsom war ein frühes Zeichen,aber begreifen wollte es keiner!!
Iggy Rock, 27.05.2007
4.
Beides könnte dem Sport helfen, Amnestie und für diejenigen die da nicht mitmachen bzw. für diejenigen die es weiter betreiben härteste Strafen. Mit der Amnestie könnte man erst einmal für die Aufklärung sorgen und mit harten Strafen, jegliches Doping auf Dauer unterbinden. Die jetzigen Sperrungen oder Geldstrafen sind viel zu lasch. Wie wäre es wenn jeder teilnehmende Sportler vor einem Wettkampf einen Vertrag unterschreiben muss der beinhaltet das ihm, bei nachgewiesenem Doping, nicht nur eine 5-10 jährige Sperre droht, sondern er 80-90% seiner finanziellen Einnahmen (vor allem die durch Werbeverträge), aufgrund möglicher Erfolge unter Dopingeinfluss, der Antidopingforschung und evtl. noch humanitärer Hilfe zur verfügung stellen muss? Das würde richtig wehtun und schnellstens zum umdenken führen. Ebenso müsste man Anreize schaffen das Beteiligte schneller und auch überzeugter auspacken, wenn sie etwas wissen. Das man erst nach einer Karriere als Betreuer im Sport plötzlich auf die Idee kommt mal Klartext zu reden und es der öffentlichkeit mitzuteilen ist zu spät.
Pinarello, 27.05.2007
5. Wenn schon, dann aber alle aufzählen!
Zitat von sysopSchwimmen, Wintersport, Leichathletik: Das Thema Doping könnte nach dem Ruf des Radsports auch andere Sportarten ramponieren. Wie kann man den Doping-Sumpf austrocknen? Helfen härtere Strafen oder Amnestie?
Sie bauchen das Thema Doping gar nicht auf den Sport zu begrenzen sondern gleich auf die ganze Gesellschaft beziehen. Also, Nikotin, Kokain, Alkohol, Amphetamine, Ecstasy und "Angstnehmer" schon bei den Schulkindern, der Sport ist nur Teil eines Problemes, das die gesamte Gesellschaft betrifft, was aber automatisch das ERgebnis ist, wenn nur Leistung zählt und per Konkurrenzkampf gnadenlos ausgesiebt wird, siehe Bayern mit seinen Schülern, aber der 4. Klasse, also etwa 10 Lebensjahren wird bereits das gesamte spätere Leben geregelt, wer später mal oben ist oder unten den Bodensatz bildet. Bevor wir hier über Berufssportler urteilen, die wissen ja schließlich was sie machen, fangen wir doch erstmal bei den Kindern im Schulalter an, denn die wissen nicht was mit ihnen gemacht wird.
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