Tennis Nadal klagt wegen Doping-Anschuldigungen

Der Tennisstar geht in die Offensive: Weil die ehemalige französische Sportministerin Roselyne Bachelot Doping-Anschuldigungen gegen Rafael Nadal erhob, zieht der Spanier nun vor Gericht.

Rafael Nadal
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Rafael Nadal


Tennisstar Rafael Nadal hat nach den Dopingvorwürfen von Roselyne Bachelot eine Klage gegen die ehemalige französische Sportministerin eingereicht. "Ich will meine Integrität und mein Image als Sportler verteidigen, aber auch die Werte, für die ich in meiner gesamten Karriere gekämpft habe", teilte der 14-malige Grand-Slam-Gewinner mit.

Bachelot hatte im März in einer TV-Sendung behauptet, Nadal habe 2012 mit einer mehrmonatigen Verletzungspause einen positiven Dopingbefund kaschieren wollen. Damals war der Linkshänder wegen einer Knieverletzung für ein halbes Jahr ausgefallen.

Die 69-Jährige ging sogar noch einen Schritt weiter und griff den Tennis-Weltverband ITF an. "Wenn ein Tennisspieler mehrere Monate lang aussetzen muss, liegt das daran, dass er positiv auf Doping getestet wurde und dies vertuscht werden soll." Das sei laut Bachelot nicht immer so, aber schon einige Male vorgekommen.

Nadal will jetzt durch die Veröffentlichung seiner Dopingtests seine Unschuld beweisen. "Ich weiß, wie oft ich während und außerhalb der Wettkämpfe getestet werde", sagte er der Nachrichtenagentur AP. Der Spanier habe deshalb einen Brief an den Präsidenten des Internationalen Tennisverbandes geschickt und darum gebeten, die Testergebnisse offenzulegen.

Bereits kurz nach den Anschuldigungen hatte sich Nadals Trainer und Onkel Toni Nadal zu den Vorwürfen geäußert. Er bezeichnete Bachelot als "Närrin", die nichts von Tennis verstehe. Rafael Nadal sagte nun: "Ich möchte verhindern, dass in den Medien falsche Behauptungen gegen einen Athleten geäußert werden, ohne jeden Hintergrund."

Die 69 Jahre alte Roselyn Bachelot war von 2007 bis 2010 Sportministerin unter Frankreichs damaligem Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy. Danach hatte sie ihre politische Karriere beendet. Aus Frankreich waren in den vergangenen Jahren immer wieder Doping-Verdächtigungen gegen spanische Sportler zu hören gewesen.

Doping im Tennis
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    Im Tennis gab es schon einige Dopingfälle, auch bekannte Spieler und Spielerinnen waren darunter. 2007 wurde die einstige Weltranglisten-Erste Martina Hingis in Wimbledon mit Kokain im Körper erwischt. Zwei Jahre später bekannte sich André Agassi in seiner Autobiografie, Crystal Meth genommen zu haben. Auch in den vergangenen Jahren war der Gebrauch von Dopingmittel nachgewiesen worden, etwa bei Marian Cilic 2013. "Es ist ein weißer Sport, aber noch nie übertrieben anständig, was den Bereich Doping anbetrifft", sagt der Dopingexperte Fritz Sörgel.

bka/aev/dpa/sid



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didiastranger 26.04.2016
1. Nachdem
Dr.Fuentes aus dem Verkehr gezogen wurde, hofft der Herr N. sich das erlauben zu koennen. Wenn er sich da man nicht uebernimmt. Ein Haar genuegt! Wir wissen was in Spanien los ist. Da werden durchschnittliche Skilanglaeufer zu Superstars. Noch Fragen?
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