Rallye-Dakar "Durchgeschüttelt wie ein Milkshake"

Die neunte Etappe bei der Rallye Dakar war mit 756 Kilometern die längste in diesem Jahr. Auf der anspruchsvollen Piste glänzte die unter Protest fahrende VW-Pilotin Jutta Kleinschmidt. Auch Andrea Mayer überzeugte. Die Etappen für das Wochenende mussten dagegen aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.


Jutta Kleinschmidt auf der neunten Etappe: Heute war es extrem hart"
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Jutta Kleinschmidt auf der neunten Etappe: Heute war es extrem hart"

Nema/Mauretanien - Jutta Kleinschmidt glänzte auch auf der neunten Etappe der Rallye Dakar mit einer starken Einzelleistung. Auf der "Königsprüfung" in Mauretanien, der mit 756 Kilometern längsten Entscheidung der diesjährigen Wüstenrallye, markierte die Siegerin von 2001 im VW Touareg die drittbeste Zeit. Mit dem Ausgang des Wüsten-Rennens hat sie aber wegen ihres zu großen Rückstands im Gesamtklassement (über 20 Stunden) nichts mehr zu tun. Ob Kleinschmidt überhaupt gewertet wird, ist ohnehin fraglich. Wegen eines vermeintlichen Regelverstoßes wurde die gebürtige Kölnerin von der Rennkommission disqualifiziert, aber weil VW gegen diese Entscheidung sofort Protest eingelegt hat, darf sie unter Vorbehalt weiterfahren.

Anders liegt der Fall bei Andrea Mayer (Hiemenhofen). Die Journalistin und ihr Dakar-erfahrener Münchner Beifahrer Andreas Schulz verbesserten sich im Mitsubishi Pajero am Freitag vom siebten auf den sechsten Platz.

"Es war heute extrem hart. Wir wurden durchgeschüttelt wie ein Milkshake", erklärte Kleinschmidt, als sie glücklich und erschöpft das Etappenziel Nema in der mauretanischen Wüste erreichte, "wir mussten die letzten 30 Kilometer in der Dunkelheit zurücklegen, obwohl wir das dritte Fahrzeug waren. Ich war heute vom VW Touareg richtig begeistert, so perfekt lief er." Ihr französischer Teamkollege Bruno Saby verbesserte sich vom neunten auf den siebten Platz. "Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine solche harte Dakar gefahren zu sein", stimmte der Dakar-Routinier Saby seiner Stallgefährtin zu.

Auch am neunten Dakar-Tag konnten die Mitsubishi-Autos ihre Spitzenposition verteidigen. Der Franzose Stéphane Peterhansel blieb mit 1:04.00 Stunden vor seinem japanischen Mitsubishi-Kollegen Hiroshi Masuoka, Sieger der beiden letzten Jahre, Spitzenreiter. Dritter (Rückstand: 2:22:28 Stunden) ist der Monegasse Jean-Louis Schlesser, Sieger von 1999 und 2000, in seinem Buggy mit Ford-Motor.

Etappen-Absage wegen bewaffneter Banden


Die Etappen am Samstag und Sonntag wurden vom Veranstalter aus Sicherheitsgründen abgesagt. Sowohl die Behörden in Frankreich als auch in Mali, dem Austragungsland der beiden nächsten Etappen, hätten Hinweise erhalten, dass sich in dieser Region bewaffnete Banden aufhalten würden. Um die Sicherheit der Beteiligten nicht zu gefährden, entschloss man sich zur Absage.

Die Teilnehmer sollen sich am Samstag ohne sportliche Entscheidungen direkt auf den Weg nach Bobo-Dioulasso, dem Ort des Ruhetags am Montag, machen. Ab Dienstag soll die Rallye wie geplant mit den restlichen Etappen auf dem Weg in die senegalesische Hauptstadt Dakar fortgesetzt werden. Auch bei der Auflage 2000, die in Kairo endete, wurden wegen befürchteter Terroristen-Anschläge in der Teneré-Wüste Etappen aus Sicherheitsgründen abgesagt.



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