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09. Januar 2004, 12:20 Uhr

Rallye Dakar

VW empört über Kleinschmidt-Ausschluss

Volkswagen will die Disqualifikation seiner Fahrerin Jutta Kleinschmidt bei der Rallye Dakar nicht ohne weiteres hinnehmen. Das Team hat offiziell Protest gegen die Entscheidung der Rennkommissare eingelegt. VW hält den Ausschluss für nicht regelkonform.

Pechvogel Kleinschmidt: "Die Platzierung spielt jetzt keine Rolle mehr"
AP/Volkswagen

Pechvogel Kleinschmidt: "Die Platzierung spielt jetzt keine Rolle mehr"

Tidjikja - "Wir sind in Berufung gegangen, weil nach unserem Verständnis das Reglement das Anbringen einer neuen Plombe ausdrücklich vorsieht", sagte VW-Motorsportdirektor Kris Nissen. Der Däne sieht Kleinschmidt zu Unrecht bestraft. "Auf Grund der knappen Zeit wurden einige Komponenten an dem Fahrzeug komplett ausgetauscht, darunter auch der mit einer Plombe markierte Motorblock", so Nissen. Darüber seien allerdings die technischen Kommissare sofort informiert worden.

Die Sportkommissare begründeten den Ausschluss von Kleinschmidt mit einem Regelverstoß des VW-Teams in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Der Race Touareg der deutschen Rallye-Fahrerin war auf der sechsten Etappe mit defektem Motor in einem Wasserloch liegen geblieben und wurde am Abschlepphaken zurück ins Camp gebracht. Dort reparierten Techniker das Fahrzeug. Dabei soll der Motorblock ausgetauscht worden sein, was laut Reglement jedoch nicht erlaubt ist. Laut Nissen wurde die Neuverplombung erst am Donnerstagabend vorgenommen und schriftlich dokumentiert.

Kleinschmidt vorerst weiter im Rennen

Bis zu einer endgültigen Entscheidung darf Kleinschmidt, im Gesamtklassement mit einem Rückstand von 20:12:34 Stunden 54. von 59 im Rennen verbliebenen Teilnehmern, weiterfahren. Wann die VW-Berufung verhandelt wird, steht noch nicht fest. "Die Platzierung spielt jetzt keine Rolle mehr. Für uns ist es wichtig, dass wir weiter Kilometer abspulen können, um unser neues Auto zu testen", sagte Kleinschmidt.

Am Donnerstag hatte sie ein hervorragendes Resulat erzielt. Hinter dem neuen Spitzenreiter Stephane Peterhansel (Mitsubishi) erreichte die Gesamtsiegerin von 2001 auf der achten Etappe das Ziel im mauretanischen Tidjikja als Zweite. "Im nächsten Jahr wollen wir dann siegfähig sein", sagte Kleinschmidt, die vor drei Jahren als erste Frau die Dakar-Rallye gewonnen hatte.

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