Rallye Dakar Zweifacher Triumph für Frankreich

Die 29. Rallye Dakar war fast schon eine Art französischer Wüstenmeisterschaft. Bei den Autos lagen am Ende drei Fahrer aus Frankreich vorn. Die Motorradwertung entschied ebenfalls ein Franzose für sich.


Dakar – Der Sieger der Rallye Dakar 2007 heißt Stéphane Peterhansel. Nach knapp 8000 Kilometern (davon 4174 Wertungen) hatte der 41 Jahre alte Franzose im Mitusbishi Pajero einen Vorsprung von 7:26 Minuten auf seinen Landsmann und Teamkollegen Luc Alphand. Der ehemalige Skirennläufer hatte im vergangenen Jahr die Wüstenrallye für sich entschieden.

Für Peterhansel war es nach 2004 und 2005 der dritte Dakar-Sieg in der Automobilwertung. Auf dem Motorrad hatte der Mitsubishi-Pilot sechs Mal (1991, 1992, 1993, 1995, 1997 und 1998) den Sieg errungen. "Es ist ein unglaubliches Gefühl", freute sich Peterhansel. Rang drei mit einem Rückstand von 1:33:57 Stunden ging an den zweimaligen Dakar-Sieger Jean-Louis Schlesser im Ford-Buggy.

Bester VW-Pilot war Mark Miller aus den USA, der im Race Touareg mit einem Rückstand von 2:10:16 Stunden den vierten Gesamtrang belegte. Siebte wurde die portugiesisch-deutsche Paarung Carlos Sousa/Andreas Schulz (Rückstand: 5:10:54 Stunden). Dirk von Zitzewitz und sein südafrikanischer Fahrer Giniel de Villiers, als Spitzenreiter in die zweite Hälfte gestartet, erreichten den elften Platz (Rückstand: 8:44:34 Stunden).

Volkswagen feierte auf der Schlussetappe über 16 Wertungskilometer durch de Villiers und Carlos Sainz (Spanien) einen Doppelsieg. Kurios: VW holte die meisten Etappensiege (zehn), der Gesamtsieg ging aber an Mitsubishi (kein Tagessieg). Das japanische Team, das den siebten Triumph nacheinander schaffte, war konstanter. VW leistete sich einen katastrophalen Tag mit etlichen Pannen.

Trotz des erneut verpassten Erfolges zog VW-Motorsportdirektor Kris Nissen ein positives Fazit: "Wir haben uns in allen Bereichen gesteigert: Fahrer und Beifahrer, das gesamte Team, die Logistik und der Race Touareg waren besser als 2006. Wir blicken deshalb auf eine Rallye Dakar zurück, die uns viele tolle Momente, aber auch eine bittere Enttäuschung bescherte."

Kleinschmidt mit viel Pech, Motorradfahrer Despres siegt

Jutta Kleinschmidt, 2001 bislang einzige Siegerin in der Dakar-Geschichte, erreichte im privaten BMW den 15. Platz der Gesamtwertung. Der Abstand auf den Sieger war beträchtlich. Kleinschmidt, die immer wieder Probleme mit ihrem Fahrzeug hatte, lag nach 15 Etappen 10:28:45 Stunden hinter Peterhansel. "Das war wie verhext, so viel Pech habe ich noch nie gehabt", klagte Kleinschmidt.

Sieger Peterhansel: Schnell und zuverlässig durch die Wüste
AP

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Auch in der Motorrad-Wertung ging der Sieg nach Frankreich: Es gewann Cyril Despres. Der 32 Jahre alte Fahrer hatte schon 2005 triumphiert. Despres, der seinem Team KTM den siebten Sieg nacheinander bescherte, profitierte vom Unfall des Spaniers Marc Coma. Der Titelverteidiger, ebenfalls KTM, war am Freitag nach einem Sturz ausgeschieden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Coma deutlich geführt. Gesamtzweiter wurde der Franzose David Casteu (Rückstand 34:19 Minuten). Chris Blais fuhr auf Rang drei (Rückstand: 52:06 Minuten) das beste Dakar-Ergebnis eines US-Amerikaners ein.

Überschattet wurde die Dakar 2007 erneut von schweren Unfällen und tragischen Unglücken. Gestern starb der Motorrad-Pilot Eric Aubijoux (Frankreich) an den Folgen eines Herzinfarkts. Auf der 14. Etappe hatte der 42-Jährige nur wenige Kilometer vor dem Ziel das Bewusstsein verloren und konnte nicht mehr reanimiert werden. Ein weiteres Todesopfer gab es am vierten Tag zu beklagen, als der südafrikanische Motorradfahrer Elmer Symons seinen schweren Verletzungen erlag. Damit kamen bei der Rallye Dakar bislang insgesamt 53 Menschen ums Leben.

ach/dpa/sid

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