Lauf in Stockholm Rassismus-Vorwurf gegen Marathon-Veranstalter

Die Veranstalter des Stockholm-Marathons sehen sich im Vorfeld des Laufes heftigen Vorwürfen ausgesetzt: Afrikanische Läufer, die den Marathon in der Vergangenheit dominierten, sollten keine Siegprämie kassieren.

Athlet Benjamin Bitok: Sieger des Stockholm-Marathons 2014
AFP

Athlet Benjamin Bitok: Sieger des Stockholm-Marathons 2014


Die Organisatoren des anstehenden Stockholm-Marathons mussten ihren Plan, lediglich skandinavischen Siegern ein Preisgeld auszuzahlen, zurücknehmen. Im Vorfeld des Laufes, der am 30. Mai stattfinden wird, hatten die Veranstalter gesagt, dass es sich um eine "internationale nordische Meisterschaft" handele. Somit dürfe das Preisgeld nur an Läufer aus Skandinavien gehen.

Die Entscheidung sorgte besonders in Skandinavien für große Empörung. Unter anderem der norwegische Sportjournalist Andreas Selliaas warf den Beteiligten Rassismus vor. Die Veranstalter hatten offenbar gehofft, dass afrikanische Athleten ohne finanziellen Anreiz nicht am Lauf teilnehmen werden.

Zudem sollten nicht-skandinavische Läufer kein Antrittsgeld erhalten. Demnach sollte die Siegprämie in Höhe von 250.000 schwedischen Kronen (28.600 US-Dollar) an den nordischen Athleten gehen, der als erster ins Ziel kommt.

Seit 2001 gewann kein skandinavischer Läufer den Lauf in Stockholm. Damals triumphierte Anders Szalkai aus Schweden.

bam/rtr



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