Reitsport Neue Regeln gegen Alkoholmissbrauch und sexuelle Übergriffe

Der deutsche Reiterverband hat mehrere Änderungen im Regelwerk verabschiedet, um in Zukunft "sowohl präventiv als auch im Fall eines Verstoßes" auf Alkoholexzesse und sexualisierte Gewalt reagieren zu können.

Springreiter (Symbolbild)
imago/Stefan Lafrentz

Springreiter (Symbolbild)


Im September 2018 hatte der SPIEGEL über mehrere Fälle von Alkoholmissbrauch und sexuellen Übergriffen im Nachwuchsbereich der deutschen Springreiter berichtet. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) kündigte damals an "durchzugreifen" - nun wurden im Rahmen der Jahrestagungen in Hamburg "mehrere Änderungen in der Satzung und im sportlichen Regelwerk" beschlossen. Das gab der Verband in einer Mitteilung auf seiner Website bekannt.

Ziel der Reform sei es demnach, in Zukunft "sowohl präventiv als auch im Fall eines Verstoßes" entsprechend reagieren zu können. Dabei gehe es neben dem Spitzen- auch um den allgemeinen Turniersport. In der Mitteilung sagte der Vorsitzende der FN-Präsidialkommission, Harald Hohmann, alle Vereine und Pferdebetriebe müssten sichere Orte für Pferdesportler sein und Schutz vor Gewalt und Diskriminierung bieten.

Konkret bedeuten die Änderungen in der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO), dass der Verband einem Reiter künftig die Jahresturnierlizenz zeitweise oder auch vollständig entziehen kann, "sofern ein Verstoß gegen die sportliche oder faire Haltung und die reiterliche Disziplin vorliegt". Neben Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung fallen darunter auch Straftaten nach dem Tierschutzgesetz.

Außerdem wurden die Teilnahmebedingungen für Turniere verschärft. Bei "stark herabgesetzter Leistungsfähigkeit durch übermäßigen Alkoholkonsum" würden Teilnehmer in Zukunft nicht zugelassen beziehungsweise disqualifiziert werden. Der Grenzwert betrage hierbei 0,5 Promille - es stehe aber jedem Veranstalter frei, die Vorgaben zu verschärfen.

mrk/sid

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hortser 08.05.2019
1. Sichere Pferdesportler
Pferdesport ist eine Welt , in der altertümliche Hierarchien und unverblümter Machismo gehegt und gepflegt werden . Es ist fast schon grotesk das Gockel Verhalten in einem professionellen Reitstall zu erleben, als Frau im besonderen . Insofern stimme ich zu - Pferdesportler sollten sicher gemacht werden, oder sichergestellt .
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