Cas-Urteil Whistleblowerin Stepanowa mit Olympia-Startchance

Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat einen Beschluss des IOC gekippt. Die russische Doping-Kronzeugin Julia Stepanowa hat dadurch wieder eine Chance, an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilzunehmen.

Julia Stepanowa bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im Juli 2016
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Julia Stepanowa bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im Juli 2016


Die Whistleblowerin Julia Stepanowa kann wieder auf einen Start bei den Olympischen Spielen hoffen. Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat den Ausschluss von früher gedopten russischen Athleten von dem Wettbewerb in Rio als "nicht durchsetzbar" abgelehnt. Das teilte der Cas mit.

Das Gericht gab damit der russischen Schwimm-Weltmeisterin Julia Jefimowa und den beiden Ruderern Anastassija Karabelschtschikowa und Iwan Podschiwalow teilweise recht. Sie hatten Einspruch gegen diese Doppelbestrafung eingelegt. Den Antrag der Athleten auf Erteilung einer direkten Starterlaubnis wies der Cas aber zurück. Wer über die Teilnahme nun letztlich bestimmt, blieb offen. Im Falle der Ruderer empfahl der Cas, dass der Weltverband Fisa entscheiden solle. Die drei Athleten waren in der Vergangenheit wegen Dopings gesperrt worden, haben diese Strafen aber bereits verbüßt.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte im russischen Dopingskandal nicht nur entschieden, dass die internationalen Sportfachverbände jeden nominierten Sportler aus Russland überprüfen sollen. Vielmehr hatte das IOC auch verfügt, dass ehemals gedopten Russen ein Start bei den Sommerspielen verweigert wird.

Mit dieser Begründung hatte das IOC auch einen Start der russischen Doping-Kronzeugin und 800-Meter-Läuferin Stepanowa in Rio verweigert. Allerdings müsste die 30 Jahre alte Leichtathletin ebenfalls vor dem Ad-hoc-Gericht des Cas in Rio de Janeiro Klage einreichen. Stepanowa hatte ein systematisches Doping in Russland aufgedeckt. Daraufhin schloss der Weltverband IAAF die Leichtathleten Russlands komplett von den Spielen in Rio aus. Die IAAF hatte aber das IOC gebeten, Stepanowa wegen ihrer Verdienste im Kampf gegen Doping in Rio starten zu lassen.

"Das IOC respektiert die Entscheidungen des Cas immer", hatte IOC-Präsident Thomas Bach wenige Stunden vor den Sportgerichtsurteilen erklärt. "Manchmal mögen wir die Entscheidungen, manchmal nicht, aber immer respektieren wir sie." Der Cas sei das höchste Gericht des Sports.

"Der Cas hat sich primär nur auf die Rechtmäßigkeit des Paragrafen drei der IOC-Entscheidung fokussiert", hieß es in der Urteilsbegründung. Dabei sei festgestellt worden, dass der Paragraf drei nicht rechtmäßig sei, weil das Grundrecht der Athleten nicht respektiert werde.

Experten hatten eine entsprechende Entscheidung des Cas erwartet. Der Sportgerichtshof hatte nämlich schon die sogenannte Osaka-Regel des IOC 2011 für nicht rechtmäßig erklärt. Die Regel sah vor, dass Doping-Sünder automatisch von den nächsten Olympischen Spielen ausgeschlossen werden und damit doppelt bestraft werden.

mka/dpa



insgesamt 37 Beiträge
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dieter 4711 05.08.2016
1. Hoffen das Beste
Hoffen wir das Beste für Stepanowa.
hei-nun 05.08.2016
2. Na also
Mit der CAS-Entscheidung, ältere russische Doping-Sünder wegen "unzulässiger Doppelbestrafung" starten zu lassen, habe ich sofort an Julia gedacht, die ihre Doping-Strafe ja auch abgesessen hat. Unter welcher Flagge wird sie starten ? Gibt es nicht schon heute Sportler unter der "IOC-Flagge" (Flüchtlinge) ? Letzte Frage: Was wurde eigentlich aus den 45 neuen Doping-Fällen aus der Nachprüfung der Spiele 2008 und 2012 ? Oder wird die B-Probe "sicherheitshalber" erst im September geöffnet ?
janne2109 05.08.2016
3. nein-
nicht wirklich wird noch lange überlegt obwohl die Spiele morgen beginnen, das ist eine Schweinerei einem Sportler gegenüber. Abgesehen davon, dass man die Frau gar nicht hätte sperren dürfen.
poetnix 05.08.2016
4.
Es lohnt nicht mehr, zu den Gierspielen der korrupten Funktionärs- und Politelite Stellung zu nehmen! Sollen die Medien und TV ruhig diesen Dreck "allene kieken und lesen".
jackohnereacher 05.08.2016
5. Na klar,
alle ehemaligen Doper, die ihre Sperre abgesessen haben, sollen eine Startberechtigung für die Olympischen Spiele bekommen. "Höher, Schneller, Weiter". Geht ja ohne Doping viel besser. Die Verbände erwarten ja eine Leistungssteigerung und sitzen den Athleten mit höheren Vorgaben und Medaillen Forderungen im Nacken.
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