Rücktritt Schrempf legt den Basketball beiseite

Jetzt ist es offiziell: Detlef Schrempf, der bislang erfolgreichste deutsche Korbjäger in der NBA, sagt dem Basketball "Good Bye". Die Zukunft soll Familie und Geschäft gehören.


Portland - Der gebürtige Leverkusener in Diensten der Portland Trail Blazers in der nordamerikanischen Profiliga NBA hat nach 1110 regulären Spielen und 155 Playoff-Begegnungen in der besten Liga der Welt in einer Pressekonferenz am Dienstag offiziell seinen Rücktritt erklärt.

Hängt die Basketball-Schuhe an den Nagel: Detlef Schrempf
AP

Hängt die Basketball-Schuhe an den Nagel: Detlef Schrempf

"Ich möchte den Blazers danken. Sie sind eine erstklassige Mannschaft und gaben mir die Gelegenheit, bei einem Titelanwärter zu spielen." Schrempf wolle sich nach 15 Jahren in der NBA nun mehr um seine Familie kümmern. Der 37-jährige Flügelspieler besaß in Portland noch einen Vertrag bis 2001.

Schon seit längerem hatte der Ex-Nationalspieler über das Ende der Laufbahn nachgedacht und für die Zeit danach vorgesorgt. Schrempf baut sich derzeit ein Unternehmen in der Finanz- und Investmentbranche auf und hatte im Sommer 30 Prozent Anteile am französischen Erstligisten Olympique Antibes erworben.

Portlands-Coach Mike Dunleavy bedauerte die Entscheidung des Deutschen. "Detlef sagte mir, dass seine innere Alarmuhr nicht mehr ticken würde. Wir respektieren seine Entscheidung und wünschen ihm alles Gute", meinte der Trail-Blazers-Coach. Schrempf hatte bisher immer erklärt, nach dem Ende seiner Karriere zusammen mit seiner Familie in den USA bleiben zu wollen und nach Seattle zurückzukehren.

Seit dem Playoff-Aus in der vergangenen Saison gegen den späteren Champion Los Angeles Lakers hatte Schrempf keinen Basketball mehr in die Hand genommen. Höhepunkt in der Karriere von "white magic", wie ihn die Amerikaner nannten, bleiben die Finalspiele mit den Seattle SuperSonics 1996 gegen die Chicago Bulls mit Mega-Star Michael Jordan.

Schrempf, der beim olympischen Turnier in Barcelona 1992 zuletzt das Trikot der deutschen Nationalmannschaft getragen hatte, erzielte in seiner langen US-Karriere 14,2 Punkte im Schnitt, holte 6,3 Rebounds und gab 3,4 Assists zu Korberfolgen. Durch seine zurückhaltende Art war der Deutsche in der amerikanischen Öffentlichkeit sehr beliebt und geachtet. Dreimal wurde er in das All-Star-Game der besten Spieler der NBA berufen.

"Det the threat" begann seine NBA-Karriere 1985 bei den Dallas Mavericks. Später wechselte er zu den Indiana Pacers, bevor er nach Seattle wechselt, wo Schrempf ein Haus besitzt und die Familie seit Jahren lebt. In Kürze will der Ausnahmebasketballer die amerikanische Staatsbürgerschaft annehmen: "Dennoch habe ich meine Wurzeln in Deutschland, die ich nicht vergessen werde."

Stephan May, sid



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