Crowdfunding Rugby-Star Folau bittet Fans nach seinen homophoben Äußerungen um Geld

"Die Hölle wartet auf euch": Mit homophoben Aussagen hat Rugby-Star Israel Folau für Entsetzen gesorgt. Nach dem Rauswurf aus der Nationalmannschaft kämpft er nun vor Gericht - und braucht dafür die Unterstützung seiner Fans.

Australiens Rugby-Star Israel Folau im Länderspiel gegen England
REUTERS

Australiens Rugby-Star Israel Folau im Länderspiel gegen England


Es war das Thema im Vorfeld der diesjährigen Rugby-WM in Japan (20. September bis 2. November): Israel Folau, einer der prominentesten Profis des australischen Teams, sorgte im April mit Tiraden gegen Homosexuelle für Entsetzen. Anschließend kündigte der Verband an, den millionenschweren Vertrag mit Folau zu kündigen.

Nun will sich der 30-Jährige den rechtlichen Kampf gegen den Verband von seinen Fans bezahlen lassen. Folau will auf einer Plattform für private Spendenkampagnen umgerechnet 1,84 Millionen Euro sammeln. Auf seine Fans kann sich der Profi dabei offenbar verlassen: Bereits in den ersten zwölf Stunden spendeten mehr als 2500 Menschen insgesamt rund 210.000 Euro.

Rauswurf aus Nationalmannschaft "unrechtmäßig"

"Ich weiß, dass ich meinen Ruf aufs Spiel setze", schrieb Folau. "Aber ich werde jetzt nicht aufhören." Sein Rauswurf aus der Nationalmannschaft durch Rugby Australia (RA) sei "unrechtmäßig", daher klage er auf millionenschweren Schadensersatz.

Der streng religiöse Spieler hatte auf Instagram ein Bild gepostet, auf dem unter anderem Homosexuellen, Alkoholikern, Dieben und Atheisten gedroht wird: "Die Hölle erwartet euch. Tut Buße! Nur Jesus kann euch retten." Schon im vergangenen Jahr war Folau durch eine homophobe Äußerung aufgefallen. Auf Instagram folgen dem Star mehr als 300.000 Menschen.

Folau ist auch auf Twitter aktiv. Dort empörte er sich darüber, dass bei Eintragungen ins Geburtenregister im Bundesstaat Tasmanien künftig das Geschlecht nicht mehr festgelegt werden muss.

"Israel hat zwar ein Recht auf seine religiösen Überzeugungen, aber die Art und Weise, wie er diese Überzeugungen zum Ausdruck gebracht hat, widerspricht den Werten des Sports. Wir möchten klarstellen, dass er mit seinen jüngsten Social-Media-Beiträgen nicht für das Spiel spricht", hatte es in einem Statement von Verbandschefin Raelene Castle geheißen.

Folau, der Millionengehälter beim Verband verdiente, hatte nach dem Vorfall keine Reue gezeigt. Für den internen Kampf gegen Rugby Australia habe er bereits gut 60.000 Euro bezahlt, schrieb er. Nun kämen erheblich größere Ausgaben auf ihn zu.

bam/sid



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