Homophobie im Sport Rugby-Star Folau nach Tiraden gegen Homosexuelle vor Karriere-Aus

Israel Folau ist einer der besten Rugby-Spieler Australiens. Wenige Monate vor der WM droht ihn der Verband rauszuwerfen, weil der streng gläubige Christ wiederholt Homosexuelle verbal angegriffen hat.

Israel Folau (l.): "Die Hölle wartet auf euch"
WILLIAM WEST / AFP

Israel Folau (l.): "Die Hölle wartet auf euch"


Es ist, als werfe der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wenige Monate vor einer WM einen seiner wichtigsten Spieler aus der Nationalmannschaft, weil der sich abfällig, gar hasserfüllt gegenüber Homosexuellen geäußert hat. Beim australischen Rugby-Verband könnte das jetzt - fünf Monate vor der WM in Japan - passieren.

Israel Folau, einer der prominentesten Profis des australischen Teams, der dreimal die John-Eales-Medaille für den besten australischen Spieler erhalten hat, steht nach Tiraden gegen Homosexuelle vor dem Ende seiner Karriere. Der Verband Rugby Australia kündigte am Donnerstag an, den Millionenvertrag mit dem 30-Jährigen beenden zu wollen. Grund dafür sind verschiedene Botschaften Folaus in sozialen Netzwerken. "Sollte es keine zwingenden mildernden Faktoren geben, ist es unsere Absicht, seinen Vertrag zu kündigen", teilte Rugby Australia mit.

In seinen Twitter- und Instagram-Botschaften verkündete der streng gläubige Christ Folau unter anderem, dass auf Homosexuelle "die Hölle" warte. Der 73-fache Nationalspieler ist für die New South Wales Waratahs in der Liga Super Rugby aktiv.

Folau war bereits vom Verband verwarnt worden

Am Mittwoch hatte er auf seinem Instagram-Konto eine Botschaft veröffentlicht, in der es an die Adresse von "Trinkern, Homosexuellen, Ehebrechern" heißt: "Die Hölle wartet auf Euch. Tut Buße! Nur Jesus kann euch retten." Unter seinem Namen steht "Leben für Christus. #TeamJesus." Auf Instagram folgen ihm mehr als 300.000 Leute.

Auf Twitter empörte er sich zudem darüber, dass bei Eintragungen ins Geburtenregister im Bundesstaat Tasmanien künftig das Geschlecht nicht mehr festgelegt werden muss.

Vergangenes Jahr hatte Folau bereits eine Verwarnung von Verbandschefin Raelene Castle erhalten, weil er Homosexuelle zur Hölle gewunschen hatte. Der Verband habe Folau seither "wiederholt klar gemacht, dass alle Social-Media-Beiträge oder -Kommentare, die Menschen aufgrund ihrer Sexualität in jeglicher Art respektlos behandeln, zu Disziplinarverfahren führen", hieß es in dem Statement am Donnerstag.

"Israel hat zwar ein Recht auf seine religiösen Überzeugungen, aber die Art und Weise, wie er diese Überzeugungen zum Ausdruck gebracht hat, widerspricht den Werten des Sports. Wir möchten klarstellen, dass er mit seinen jüngsten Social-Media-Beiträgen nicht für das Spiel spricht." Mehrere Sponsoren von Rugby Australia drohten, ihr Engagement wegen der homophoben Äußerungen Folaus einzustellen.

"Lasst euch nicht von seinen Worten beeinflussen!"

Dem Verband zufolge scheiterten nun mehrere Versuche, mit Folau in Kontakt zu treten. Rugby Australia ist sowohl für den nationalen Spielbetrieb als auch für die Nationalmannschaft zuständig.

Der ehemalige walisische Rugby-Nationalspieler Gareth Thomas, der 2009 sein Coming-Out hatte, reagierte auf Folaus Twitterpost: "An alle, die das hier lesen. Lasst euch nicht von seinen Worten beeinflussen!", schrieb Thomas, "seid die bessere Menschen, seid ihr selbst! Wer auch immer ihr seid. Die Hölle erwartet euch nicht, euch erwartet Glück."

mey

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insgesamt 17 Beiträge
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dachauerthomas 11.04.2019
1. Gläubiger Christ?
Wo hat Jesus Christus irgendwas von Ausgrenzung gepredigt? Eher hat er Toleranz gefordert und Akzeptanz Andersartiger.
briancornway 11.04.2019
2. Gotteskämpfer
Zitat von dachauerthomasWo hat Jesus Christus irgendwas von Ausgrenzung gepredigt? Eher hat er Toleranz gefordert und Akzeptanz Andersartiger.
Streng religiöse Menschen glauben oftmals, besser zu wissen, was Jesus gepredigt und gefordert hat, als er selbst. Deswegen gibt es ja auch so viel Gewalt "im Namen Gottes".
marty_gi 11.04.2019
3. streng glaeubig...
Irgendwie kommt "Streng glaeubig" immer als Entschuldigung dafuer her, dass man ein schlechter Mensch ist. Wie Herr Folau nun wieder mal beweist. Denn immerhin hat er sich ja bewusst dafuer entschieden, so zu sein wie er ist - im Gegensatz zu Homosexuellen, Linkshaendern, Rothaarigen und anderen ehemals und noch immer ausgegrenzten und von religioesen Organisationen im Namen ihres "Glaubens" verdammten Menschen. Wobei - meiner Ansicht nach ist das ganze Konzept von Himmel und Hoelle eh nur was fuer Schwaechlinge, die mit den Realitaeten der Welt im Hier und Jetzt nicht umgehen koennen und auf ein Spaeter warten. Aber da mag halt gerne jeder glauben, was er/sie will - nur anderen aufzwingen, das ist voll daneben.
cobaea 11.04.2019
4.
Zitat von dachauerthomasWo hat Jesus Christus irgendwas von Ausgrenzung gepredigt? Eher hat er Toleranz gefordert und Akzeptanz Andersartiger.
Mit der Bibel kann man (fast) alles beweisen. Im Alten Testament wird Sex unter Gleichgeschlechtlichen mit der Steinigung bedroht (zwei Mal im 3. Mose) und sie ist ein Grund (unter vielen) für die Zerstörung von Sodom und Gomorrha. Im Neuen Testament verurteil Paulus gleichgeschlechtliche Liebe im Römerbrief (einmal nicht nur für Männer sondern auch für Frauen,) und einmal im Korintherbrief und noch einmal im Thimotheusbrief. Jesus hat zu dem Thema gar nicht gesagt, aber eben, sein "Vater" im AT und seine Nachfolger im NT.
M.W. aus A. 11.04.2019
5. Ja, aber
Zweifelsohne war die Reaktion des Verbandes richtig. Religion ist Privatsache des einzelnen Menschen und sollte nicht in der Öffentlichkeit erörtert werden. Womit ich mich schwer tue ist nicht das was gesagt wurde, sondern vom wem. Das ist ungefähr so, als würde ich meinen Automechaniker um seine Meinung zu meinem Fußpilz bitten. Die ganze Diskussion erinnert mich an Xavier Naidoo - der hatte auch schon irgendwas rechtsradikales, reichsbürgerhaftes verschwurbeltes von sich gegeben. Damlas durfte er dann nicht zum ESC. Gebt diesen Leuten doch einfach nicht die Bühne.
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