Nach homophoben Äußerungen Tonga nimmt Rugby-Star Folau auf 

Australien hatte ihn nach seinen homophoben Äußerungen suspendiert. Nun hat Rugby-Union-Star Israel Folau ein neues Betätigungsfeld gefunden. Er wird künftig für Tonga in der Variante Rugby League starten.

Folau rennt künftig für Tonga
Toby Melville REUTERS

Folau rennt künftig für Tonga


Der vom australischen Rugby-Union-Verband entlassene Superstar Israel Folau wird im nächsten Monat zusammen mit seinem Bruder John für Tonga im Rugby League auflaufen, einer anderen Variante des Sports. "Israel und John Folau kehren in die Rugby League zurück und werden für Mate Ma'a Tonga spielen", verkündete die Tonga National Rugby League auf Facebook. Die Eltern des Australiers Folau stammen aus Tonga.

Der 30 Jahre alte, streng religiöse Folau, hatte im April auf Instagram ein Bild gepostet, auf dem unter anderem Homosexuellen, Alkoholikern, Dieben und Atheisten gedroht wird: "Die Hölle erwartet euch. Tut Buße! Nur Jesus kann euch retten." Nachdem der Verband daraufhin seinen bis 2022 gültigen Vertrag gekündigt hatte, zeigte Folau keine Reue und ließ die Frist für einen Einspruch verstreichen. Seine Karriere stand vor dem Ende.

Rugby League wird im Gegensatz zu Rugby Union nicht mit 15 sondern mit 13 Feldspielern gespielt, die beiden Varianten laufen unabhängig voneinander. Folau hatte seine Karriere im Rugby League begonnen, war nach einem Abstecher zum australischen Football aber zum Rugby Union gewechselt.

Nach seiner Entlassung bei den Wallabies hatte Folau Anfang August den australischen Verband und den Verein NSW Waratahs wegen der seiner Meinung nach ungerechtfertigten Entlassung verklagt. Gleichzeitig verlangte der 30-Jährige eine Entschuldigung, eine finanzielle Entschädigung und die Wiedereinstellung.

Bereits im Juni war ein vierstündiger Mediationstermin zwischen Folau und Rugby Australia ergebnislos geblieben. Dabei ging es auch um eine finanzielle Entschädigung für entgangene Sponsoren- und Marketingeinnahmen in Höhe von kolportierten sechs Millionen Euro.

Der Richter des Bundesgerichtshofs, Will Astergren, hatte Mitte August angeordnet, dass beide Parteien bis zum 13. Dezember zu einem Mediationstermin zusammenkommen sollten. Falls keine Einigung erzielt werden könne, soll es ab dem 4. Februar zu einem drei- bis fünftägigen Prozess kommen.

aha/hba/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.