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20. September 2019, 17:55 Uhr

Gastgeber, Titelverteidiger, Favoriten

Was Sie über die Rugby-WM in Japan wissen müssen

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In Japan ist am Freitag die Rugby-WM gestartet. Aber wer ist Favorit? Warum dauert das Turnier eineinhalb Monate? Und was ist eigentlich mit Deutschland? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Mit dem Sieg von Gastgeber Japan gegen Russland ist in Tokio am Freitag die Rugby-Union-Weltmeisterschaft gestartet. Erst seit 1987 wird die WM alle vier Jahre ausgetragen. In Japan kämpfen 20 qualifizierte Nationen in vier Gruppen um den Einzug in die K.o.-Runde, an deren Ende das Finale in Yokohama steht. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ist Rugby Union?

Rugby ist eine der ältesten Sportarten der Welt, bereits 1823 soll Rugby erstmals in England gespielt worden sein. Es gibt verschiedene Varianten des Sports. Am populärsten ist Rugby Union, gespielt von 15 Spielern pro Team. Olympisch ist dagegen das Siebener-Rugby, das mit sieben Spielern pro Team auskommt. Daneben ist Rugby-League populär, das mit 13 Spielern pro Team gespielt wird.

Wer ist Titelverteidiger?

Neuseeland holte bei den vergangenen beiden Austragungen den Titel (2011, 2015). Die All Blacks sind Rekordweltmeister mit insgesamt drei Titeln.

Wer ist Favorit?

Titelverteidiger Neuseeland werden sehr gute Chancen eingeräumt. Obwohl Stars wie der Weltmeisterkapitän der vergangenen beiden Turniere, Richie McCaw, inzwischen zurückgetreten sind, gelten die All Blacks als Topfavorit. Härtester Konkurrent der Neuseeländer ist das Team Südafrikas, die Springboks. Aber auch die europäischen Teams werden hoch gehandelt: Irland ist Weltranglistenerster, verlor in der Vorbereitung aber 15:57 gegen England. Auch Wales ist ambitioniert.

Wo wird gespielt?

Japan ist mit zwölf Stadien Ausrichter der Weltmeisterschaft. In dem Land hat Rugby lange Tradition, die Ursprünge liegen noch im 19. Jahrhundert. Seit 1987 qualifizierte sich Japan für jede WM, schaffte es aber noch nicht über die Vorrunde hinaus. Japan ist der erste asiatische Ausrichter des Turniers.

Warum dauert das Turnier so lange?

Für ein Sportturnier mit 20 Teilnehmern ist die Weltmeisterschaft im Rugby mit sechs Wochen sehr ausgedehnt. Grund dafür ist die extreme Belastung der Spieler. Weil Spieler in den Partien häufig Blessuren und kleinere Verletzungen davontragen, brauchen sie mehr Regenerationszeit als beispielsweise Fußballspieler. Daher liegt zwischen zwei Spielen einer Mannschaft bis zu eine Woche.

Warum ist Deutschland nicht dabei?

Während Rugby in Frankreich und England Nationalsport ist, kam es in Deutschland bisher nicht über den Status einer Randsportart hinaus. In der Rugby-Bundesliga spielen größtenteils Amateure und in der Weltrangliste steht Deutschland hinter kleinen Ländern wie Fidschi, Tonga und Hongkong auf Platz 28. Die WM-Qualifikation verpasste das deutsche Team in einem Viernationenturnier mit Kenia, Kanada und Honkong durch eine Niederlage gegen das kanadische Team.

Wie wird Rugby der Frauen gefördert?

Ähnlich wie bei der Fußball-WM der Frauen in diesem Jahr ist Gleichberechtigung auch beim Rugby der Frauen ein Thema. Im August gab der Weltverband bekannt, die WM der Frauen, die im zweijährigen Wechsel mit dem Turnier der Männer stattfindet, ab 2021 nicht mehr "Women's World Cup", sondern nur noch "World Cup" zu nennen. Ziel sei es, heißt es in dem Statement, das Image des Frauenspiels zu verbessern und jede Voreingenommenheit im Vergleich zum Männerturnier zu beseitigen. Dort werde schließlich auch kein Geschlecht genannt. Auch die weiblichen All Blacks dominieren das Weltrugby, sie sind mit fünf WM-Titel seit der Einführung 1991 ebenfalls Rekordchampion.

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