Rugby-WM Spielabsage wegen Taifun besiegelt Aus für Italien

Sportlich standen die Chancen auf ein Weiterkommen bei der Rugby-WM für Italien gegen Neuseeland ohnehin schlecht. Taifun "Hagibis" machte auch diese zunichte. In der Formel 1 beobachtet man den Sturm ebenfalls.

Luca Bigi (rechts) enttäuscht: Spätestens nach der Niederlage gegen Südafrika sah es für die Italiener sowieso schlecht aus
Anne-Christine Poujoulat / AFP

Luca Bigi (rechts) enttäuscht: Spätestens nach der Niederlage gegen Südafrika sah es für die Italiener sowieso schlecht aus


Durch die Absage der Partie gegen Neuseeland scheidet Italien bei der Rugby-WM in Japan nach der Gruppenphase aus. Die Veranstalter entschieden, die Partie am Samstag in Toyota wegen des nahenden Supertaifuns "Hagibis" aus Sicherheitsgründen nicht stattfinden zu lassen. Es ist die erste Absage in der 32-jährigen Geschichte des Turniers.

Für Italien ist es eine bittere Premiere: Mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger hätte das Team durch den direkten Vergleich noch in die K.-o.-Phase einziehen können - zumindest theoretisch. Sportlich deutete wenig auf einen solchen Ausgang der Begegnung hin.

Ebenfalls vom Taifun betroffen ist die Partie zwischen England und Frankreich am Samstag in Yokohama, die auch nicht stattfinden kann. Beide Teams erhielten ebenfalls zwei Punkte, standen aber ohnehin als Viertelfinalisten fest.

Spannend wird es auch in der Gruppe A. Dort trifft Japan am Sonntag als Gruppenerster auf den Gruppendritten Schottland. Auch dieses Spiel ist in Yokohama angesetzt. Für beide Teams ist ein Weiterkommen noch nicht gesichert. Der Gruppenzweite Irland spielt am Vortag gegen Samoa. Würden alle Partien abgesagt, käme Japan als Gruppenerster weiter, Schottland hätte das Nachsehen.

"Wir haben die sehr schwierige Entscheidung getroffen, Spiele in bestimmten Regionen abzusagen", sagte Turnierdirektor Alan Gilpin. Der nationale Wetterdienst JMA bewertet Hagibi mit der höchsten Gefahrenstufe. "Der Sturm wird etwas abschwächen, wenn er Japan erreicht. Er bleibt dennoch sehr stark", sagte ein JMA-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Auch Formel 1 drohen Einschränkungen

Auch die Veranstalter des Formel-1-Rennens in Suzuka beobachten die Entwicklung des Unwetters. Der Große Preis von Japan soll dort am Wochenende stattfinden. Besonders die Austragung des Qualifyings am Samstag (8 Uhr / TV: RTL und Sky) ist offenbar in Gefahr, es drohen Starkregen und gefährliche Winde.

"Die Sicherheit der Fans, der Fahrer und aller entlang der Strecke hat aber oberste Priorität", teilte der Automobil-Weltverband FIA mit. Man unternehme alle Anstrengungen, um die Auswirkungen auf den Zeitplan so gering wie möglich zu halten.

Erst im September hatte ein Taifun in Japan schwere Schäden angerichtet. Taifun "Faxai" hatte die Region Tokio mit Rekordwindstärken getroffen.

tip/dpa/sid

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insgesamt 6 Beiträge
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cs01 10.10.2019
1.
Warum wird das Spiel nicht nachgeholt bzw.vorgezogen? Es sollte doch möglich sein, ein 2,5 Stunden fenster zu finden, in dem das Spiel stattfinden kann. Wenn nötig, ohne Zuschauer. Aber einfach absagen und damit in das sportliche Geschehen eingreifen ist einfach lächerlich. Und das bei einem der größen Sportereignisse der Welt, wie man selbst immer betont. Wenn ein Spiel nicht mehr entscheidend ist, wie FRA-ENG dann kann ich es noch halbwegs nachvollziehen. Obwohl auch dort wird über Platz 1 und 2 der Gruppe und damit über das Viertelfinale entschieden. Zudem ist es ein Klassiker. Ich hätte ihn gerne gesehen. Ganz schlechtes Bild, was der Weltverband da abgibt.
CobCom 10.10.2019
2.
Was ist denn das für eine "eigenwillige" Berichterstattung? England und Frankreich standen in ihrer Plazierung keineswegs so fest, Erster und Zweiter wären in dem Spiel erst entschieden worden. Und da mit der Gruppe D überkreuz gespielt wird, kommt England so kampflos um die Begegnung mit den aktuell bärenstarken Walisern herum. Im Ergebnis eine deutliche Benachteiligung der Franzosen. Italien ohne Wertung aus dem Turnier zu werfen, ist natürlich auch nicht die feine Art, obwohl die realen Chancen gegen NZ nahe Null waren (da sie neben Sieg auch den Extrapunkt gebraucht hätten). Im Ergebnis ist bei einem Turnier, das sich über 6 Wochen erstreckt, nicht verständlich, warum kein Ausweichen oder Nachholen möglich war. Notfalls kurzfristig an einem anderen Ort, und wenn es eine Turnhalle gewesen wäre.
axro 10.10.2019
3.
"Mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger hätte das Team durch den direkten Vergleich noch in die K.-o.-Phase einziehen können - zumindest theoretisch." Bei einem Sieg mit vier Tabellenpunkten Unterschied (4:0, 5:1 oder 5:0) hätte sich Italien definitiv, nicht theoretisch, für das Viertelfinale qualifiziert. Dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ausgangs eher theoretischer Natur ist, ist ein anderes Thema. Es wäre schön, würde Spiegel Online etwas mehr auf die Sprachgenauigkeit achten.
phboerker 10.10.2019
4. Japan - Schottland?
Dass der Ausgang des Spiels Neuseeland - Italien nur sehr theoretisch etwas anderes als ein Sieg Neuseelands sein kann, dürften auch die Italiener so sehen, hätten aber sich gerne gegen dem Serienweltmeister gespielt. Da auch so Neuseeland als Gruppensieger feststeht, werden die Neuseeländer zufrieden sein. Dass das Entscheidungsspiel und der absolute Klassiker Frankreich-England entfällt, ist schon ärgerlicher. Spannend wird es hinsichtlich der Partie Japan - Schottland, denn da ist alles möglich. Und das Ergebnis völlig offen. Wäre man Verschwörungstheoretiker, könnte man dem Verdacht hegen, dass die anderen Spielabsagen das Feld bereiten sollen, um Gastgeber Japan per Absage das sichere Weiterkommen in die Ausscheidungsspiele zu ermöglichen. Es wäre schließlich das erste Mal.
boeserwu 10.10.2019
5. ?
Naja, ein Geschmäckle ist schon vorhanden. Mir ist nur schleierhaft, warum in zwei Tagen kein Ersatzspielort bestimmt werden kann. Ferner ist m.E. auch genug Zeit, an den Orten anzureisen. Aber vielleicht wollte man auch nicht oder ist genauso flexibel wie eine Bahnschranke...
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