Überraschung bei der Rugby-WM England dominiert Neuseeland und zieht ins Finale ein

Der dreifache Weltmeister Neuseeland wird seinen WM-Titel in Japan nicht verteidigen. Außenseiter England schockte die "All Blacks" mit einem Rekord-Versuch.


Die englische Nationalmannschaft hat im Halbfinale der Rugby-WM in Japan für eine große Überraschung gesorgt: 19:7 (10:0) besiegten die Briten den Favoriten aus Neuseeland und zogen damit ins Finale ein. Die Engländer dominierten den Weltmeister vor allem in der ersten Hälfte und hielten ihre frühe Führung bis zum Schluss aufrecht. Es war die erste Niederlage der Neuseeländer bei einer WM seit zwölf Jahren.

Während die All Blacks vor dem Spiel ihren Haka aufführten, stellte sich Englands Team in V-Formation auf, symbolisch für "Victory", das Siegeszeichen. Entsprechend offensiv begannen die Briten gegen den Favoriten. Bereits nach zwei Minuten legte Manu Tuilagi den ersten Versuch, Owen Farrell stellte mit der anschließenden Conversion die frühe 7:0-Führung her. Nie zuvor bei einer WM hatte eine Mannschaft früher einen Versuch gegen Neuseeland erzielt.

England führt die Statistiken an

In der Folge dominierten die Engländer das Spiel, hatten mehr Ballbesitz, erzielten mehr Raumgewinn und spielten mehr Pässe. Besonders wichtig aber: Die Defensive stand stabil gegen den dreifachen Weltmeister. In der ersten Hälfte ließ England keinen einzigen Punkt zu und legte selbst kurz vor der Pause nach, als George Ford per Strafkick auf 10:0 erhöhte. Sorgen machen musste sich das englische Team jedoch um Kapitän Owen Farrell, der wegen einer Verletzung behandelt werden musste, zunächst aber weiterspielen konnte.

Die zweite Hälfte begann erneut mit großem Jubel des Außenseiters: Ben Young legte den zweiten Try des Spiels, doch der Schiedsrichter ließ die Punkte nach Ansicht der Fernsehbilder aufgrund einer vorangegangenen Abseitsposition nicht zählen (48.). Wenig später erhöhte Ford aber erneut mit einem Strafkick auf 13:0.

Die englische Dominanz hielt zunächst an. Als Ardie Savea den Ball jedoch bei einem englischen Wurf in die Gasse abfing, erzielte er nach 57 Minuten den ersten Versuch für Neuseeland. Richie Mo'unga verkürzte per Conversion auf fünf Zähler Rückstand. Doch mit zwei weiteren Strafkicks erhöhte Ford für England auf den 19:7-Endstand (63./69.).

Im Finale am 2. November trifft England auf Wales oder Südafrika, die das zweite Halbfinale am Sonntag spielen.

ptz



insgesamt 8 Beiträge
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ratx 26.10.2019
1. die Macht der Physis
NZ hatte wenig Chancen gegen die Wucht der Engländer.
floydpink 26.10.2019
2. Wow!
Was für ein dominantes Spiel der Engländer. Die All Blacks haben keinen Stich bekommen. Unglaublich! Selbst der eigene Versuch war mehr Glück, als alles Andere. Das hätte auch zu Null ausgehen können.
phboerker 26.10.2019
3. sehr stark!
England war wirklich bärenstark! Wenn sie diesen Titel holen, dann wäre es für mich eine überzeugendere Vorstellung als vor 12 Jahren, wo sie ja fast nur aus dem Feld gepunktet haben. Um so trauriger ist es, dass der Klassiker England-Frankreich wegen des Taifuns ausgefallen ist, normalerweise sehe ich die Franzosen stärker als die Engländer, diesmal wäre es also wahrscheinlich noch intensiver geworden. Im Finale werden meine Sympathien trotz des hochverdienten Sieges gegen Neuseeland aber bei dem anderen Finalteilnehmer liegen...
herschelaliokereke 26.10.2019
4. Ein Spiel weniger
Tolles Spiel und verdienter Sieg der Engländer, die allerdings Taifun bedingt ein Spiel weniger in der Vorrunde und damit eine 2 Wochenpause hatten. Gerade das Match gegen Frankreich hätte die Engländer wohl stark gefordert. Frei nach dem Spontispruch 'alles ist politisch' halte ich nun zu Südafrika, leider haben sowohl England als auch Wales knapp mehrheitlich für den idiotischen Breit gestimmt...
chrismuc2011 26.10.2019
5.
Ich werde trotzdem den Südafrikanern die Daumen drücken!
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