Sieg gegen England Südafrika ist Rugby-Weltmeister

Als Favorit ging England in das Finale der Rugby-WM in Japan. Mit einer Verletzung nahm das Unheil jedoch nach nur drei Minuten seinen Lauf. Südafrika darf sich nun geteilter Rekordweltmeister nennen.

So feiern Weltmeister: Südafrikas Rugby-Spieler bejubeln ihren Triumph
Dan Mullan/Getty Images

So feiern Weltmeister: Südafrikas Rugby-Spieler bejubeln ihren Triumph


Südafrika hat sich seinen dritten Rugby-WM-Titel gesichert. Die "Springboks" schlugen im Finale der WM in Japan die englische Auswahl 32:12 (12:6). Besonders in den Standardsituationen dominierten die Südafrikaner die Partie. Durch den dritten Triumph bei einer WM ist Südafrika nun neben Neuseeland Rekordweltmeister. Nach insgesamt sechs erfolgreichen Straftritten von Handré Pollard erzielte Makazole Mapimpi den ersten südafrikanischen Versuch in einem WM-Finale überhaupt (66.). Cheslin Kolbe entschied die Partie mit einem Sololauf (74.).

Für die Engländer begann die Partie denkbar schlecht: Nach nicht einmal drei Minuten stieß Englands Pfeiler Kyle Sinckler in einem Tackle so unglücklich mit seinem Mitspieler Maro Itoje zusammen, dass er offenbar bewusstlos auf dem Feld liegenblieb. Obwohl er nach einer kurzen Behandlungsunterbrechung eigenständig das Feld verlassen konnte, war das Finale für ihn bereits früh beendet. Im Rugby werden Spieler bei dem Verdacht einer Kopfverletzung aus dem Spiel genommen, um mögliche Langzeitverletzungen möglichst auszuschließen.

Südafrikas Pollard zu stark

Nach dem Ausfall von Sinckler hatten die Engländer große Probleme, weil Südafrika die Gedränge dominierte. England und Südafrika gelten als die beiden körperlich stärksten und härtestens Teams der Welt, vor der Partie war eigentlich den Engländern ein leichter Vorteil zugeschrieben worden.

Beim Stand von 3:6 kam das Team von Trainer Eddie Jones dann doch bis kurz vor die südafrikanische Endzone, die Defensive der "Springboks" hielt den dreiminütigen Angriffsversuchen aber stand. England blieb nur ein weiterer Straftritt durch Owen Farrell zum Ausgleich (35.). Noch vor der Pause schoss Südafrikas Pollard sein Team jedoch mit zwei weiteren Straftritten zu einer ersten komfortablen Führung (39., 43.).

In der zweiten Hälfte kämpften sich die Engländer in die Partie und vor allem in die Gedränge. Nach einem Straftritt von Farrell zum 9:15 (52.) schien Südafrika plötzlich zu wackeln, eine weitere Chance auf drei Punkte verpasste Farrell jedoch kurze Zeit später (55.). In der Folge schaffte es England gegen die starke Defensive der Südafrikaner nicht, den Sechs-Punkte-Rückstand zu verkürzen. Mit insgesamt sechs erfolgreichen Straftritten war Südafrikas Verbindungshalb Handré Pollard zu stark.

Körperlich klein, sportlich ganz groß: Cheslin Kolbe ist Weltmeister
Peter Cziborra/REUTERS

Körperlich klein, sportlich ganz groß: Cheslin Kolbe ist Weltmeister

Stattdessen erzielte Südafrikas Mapimpi nach einer klasse Kombination mit Lukhanyo Am den ersten Versuch in einem WM-Finale in der südafrikanischen Rugby-Geschichte (66.). Für die Entscheidung sorgte Kolbe, der 1,71 Meter große Flügelspieler, als er auf der rechten Seite an mehreren Gegenspielern vorbeiging und den Ball in der Endzone ablegte (74.). Alle Ergebnisse und Informationen zur WM lesen Sie hier.

hba

insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
floydpink 02.11.2019
1. !!!
Hochverdient, aber fast unglaublich, wenn man gesehen hat, wie die Engländer die All Blacks besiegt haben. Viele Fehler und ein zu durchsichtiges Spiel ohne Variationen haben es den (bärenstarken) Springboks leicht gemacht.
ebdm 02.11.2019
2.
Goed gedaan, Suid-Afrika!
hooge789 02.11.2019
3. Rugby
Immer wieder verblüffend wie wenig Anklang Rugby in Deutschland findet. In Frankreich wird jedes Spiel in der Mittagspause noch Mal diskutiert.
deenoodle 02.11.2019
4. Pros at work...
Das ist nicht Cheslin Kolbe auf dem Bild. Nur so als Anmerkung...
floydpink 02.11.2019
5. Btw
Ab dem 1.2.2020 findet das Six Nations Turnier statt, ein Wettkampf, bei dem die sechs besten Mannschaften Europas gegeneinander antreten. Ich hoffe, davon gibt's auch was zu sehen...
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