Rugby-WM Südafrika bricht Wales das Herz

Bis fünf Minuten vor Schluss träumte Wales vom Einzug ins Halbfinale der Rugby-WM. Dann erzielte der zweifache Weltmeister Südafrika seinen einzigen Versuch des Spiels und gewann das Viertelfinale. Titelverteidiger Neuseeland deklassierte Frankreich.

Rugby-WM: Südafrika steht im Halbfinale
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Rugby-WM: Südafrika steht im Halbfinale


Der zweimalige Weltmeister Südafrika hat sich als erstes Team fürs Halbfinale der WM in England qualifiziert. Die "Springboks" gewannen in London das erste Viertelfinale gegen Wales 23:19 (12:13). In einer dramatischen Partie führten die Waliser bis fünf Minuten vor dem Ende 19:18. Erst dann gelang dem Südafrikaner Fourie du Preez der einzige Versuch für seine Mannschaft. Die fünf Punkte reichten, um das Match zu drehen und zum vierten Mal in ein WM-Halbfinale einzuziehen. Im Halbfinale trifft Südafrika am kommenden Samstag auf Neuseeland. Der Titelverteidiger deklassierte in Cardiff den WM-Zweiten Frankreich und siegte 62:13 (29:13).

Südafrika war 1995 im eigenen Land und 2007 in Frankreich Weltmeister geworden. Bei den Titelkämpfen 2011 in Neuseeland waren die "Bokke" im Viertelfinale an Australien gescheitert. In die aktuelle WM war Südafrika schwach gestartet und hatte sensationell gegen das international nur zweitklassige Japan verloren. Anschließend hatte das Team von Trainer Heyneke Meyer aber alle seine weiteren Gruppenspiele gewonnen.

Das Viertelfinale im Stadion Twickenham war vor rund 80.000 Zuschauern lange von der starken Defensive der Waliser dominiert worden. Dann, es liefen schon die letzten fünf Minuten des Spiels, brachte ein Rückhandpass von Duane Vermeulen seinen Kapitän Du Preez ins Spiel. Der 33-Jährige, der in Japan bei Suntory Sungoliath sein Geld verdient, nahm den Ball entgegen und sprang an der linken Seitenauslinie in die Endzone.

Zum Entsetzen der vielen walisischen Fans unter den Zuschauern war das Team nicht mehr in der Lage, zurückzuschlagen. Den einzigen Versuch für Wales hatte in der 18. Minute Gareth Davies gelegt. Wales hatte in der Vorrunde im gleichen Stadion überraschend Gastgeber England geschlagen, nach einer Niederlage gegen Australien aber nur Platz zwei in der Gruppe A erreicht, weshalb bereits im Viertelfinale Südafrika wartete.

In der Neuauflage des Endspiels von 2011 siegte Neuseeland unerwartet deutlich. Frankreich wurde förmlich überrollt. Bereits zur Halbzeit war das Match bei einer 16-Punkte-Führung des Top-Favoriten so gut wie entschieden. Die laufstarken Neuseeländer legten insgesamt neun Versuche. Die hoffnungslos unterlegenen Franzosen, die vor acht Jahren bei der WM 2007 an gleicher Stelle Neuseeland überraschend besiegt hatten, konnten den Ball nur einmal im gegnerischen Malfeld ablegen.

rae/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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C-MC 17.10.2015
1. All Blacks
Das nenne ich mal eine Demonstration! Die All Blacks zerlegen den Mitfavoriten wie eine Amateurmannschaft. Die "Bleus" konnten einem fast leidtun. Ein fantastisches Spiel, wie ich finde, und erneut eine Werbung für diesen tollen Sport.
jakopp.auckstayn 18.10.2015
2.
Es waren zwei tolle Viertelfinalspiele,für die Waliser tut es mir echt leid.Sie hatten ein Topteam am Start und eine sehr gute Vorrunde gespielt.Aber die Boks waren halt wieder abgezockter.Zu den All Blacks muss man nicht viel sagen,feinstes Offensivespiel.Frankreich hatte diesmal wirklich keine Chance.Auch Südafrika wird im Halbfinale kaum etwas gegen dieses Neuseeland ausrichten können.
spondk 18.10.2015
3. Wcr
Freut mich das die Springboks und die All Blacks gewonnen habe. Freue mich schon auf das Spiel.
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