Doping-Skandal IAAF verlängert Sperre für Russlands Leichtathleten erneut

Der Weltverband beharrt weiter auf der Suspendierung: Russlands Leichtathleten bleiben für internationale Wettkämpfe gesperrt. Bei der kommenden WM in Doha könnten aber dennoch viele Russen dabei sein.
Stabhochspringerin Olga Mullina aus Russland

Stabhochspringerin Olga Mullina aus Russland

Foto: Ian MacNicol/ Getty Images

Russlands Leichtathleten bleiben bei internationalen Wettkämpfen weiter suspendiert. Wie der Weltverband IAAF nach seiner Council-Sitzung in Doha mitteilte, werde der wegen des Dopingskandals ausgeschlossene russische Verband Rusaf vorerst nicht wieder aufgenommen.

Die Rusaf ist seit November 2015 aus der IAAF ausgeschlossen, der Bann wurde seitdem neunmal verlängert. Russische Leichtathleten dürfen derzeit nur nach Prüfung durch die IAAF und als neutrale Athleten an internationalen Wettbewerben teilnehmen.

Beim letzten Meeting im Dezember hatte die IAAF auf zwei Forderungen beharrt. Russland muss der unabhängigen Integritätskommission AIU Zugriff auf die Dopingtests russischer Leichtathleten aus den Jahren 2011 bis 2015 ermöglichen. Die Daten aus dem Moskauer Anti-Dopinglabor sind inzwischen von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) sichergestellt worden und werden derzeit ausgewertet. Die IAAF wartet nun auf die Ergebnisse.

Außerdem muss der russische Verband die Kosten der Untersuchung tragen, die die IAAF bisher getragen hat. Die Kosten sollen sich auf rund drei Millionen Dollar belaufen. Russland hat die Zahlung nach IAAF-Angaben noch nicht geleistet.

Eine weitere grundlegende Forderung der IAAF war bereits im vergangenen September erfüllt worden. Damals hatte die Wada die russische Anti-Doping-Agentur Rusada unter Protest wieder aufgenommen.

72 Russen als neutrale Athleten bei Leichtathletik-EM 2018

Erst Anfang Februar hatte der Internationale Sportgerichtshof Cas zwölf russische Leichtathleten gesperrt. Darunter befanden sich London-Olympiasieger Iwan Uchow (Hochsprung), die ehemalige Hochsprung-Weltmeisterin und London-Dritte Swetlana Schkolina, der ehemalige Hallen-Weltmeister Ljukman Adams (Dreisprung) und die zweimalige Staffel-Weltmeisterin Tatjana Firowa (4x400).

Grundlage der Sperren ist der Report des Sonderermittlers Richard McLaren. Der Kanadier hatte in seiner von der Wada in Auftrag gegebenen Untersuchung institutionelles Doping in Russland aufgedeckt.

Das bisher letzte russische Team war bei der WM 2015 in Peking an einem internationalen Großereignis gestartet. Danach nahm Weitspringerin Darja Klischina als einzige Russin unter neutraler Flagge 2016 an den Olympischen Spielen in Rio teil. Ein Jahr später starteten bei der WM in London 19 Russen als neutrale Athleten, bei der EM 2018 in Berlin waren es 72. In diesem Jahr findet die Leichtathletik-WM in Doha statt (28. September bis 6. Oktober).

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte die Sanktionen gegen Russlands nationalen Verband bereits unmittelbar nach den Winterspielen 2018 aufgehoben.

jan/dpa
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