"Neues Kapitel in meinem Leben" Schwimm-Olympiasiegerin Meilutyte beendet Karriere - mit 22

Die Bilder der 15-Jährigen, die unter Tränen ihre Goldmedaille erhält, gingen einst um die Welt. Nun hat Ruta Meilutyte ihren Rücktritt vom Schwimmsport verkündet.

Ruta Meilutyte
François-Xavier Marit / AFP

Ruta Meilutyte


Schwimm-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Ruta Meilutyte hat ihren Rücktritt vom Leistungssport erklärt. "Ich bin bereit für ein neues Kapitel in meinem Leben", sagte die 22 Jahre alte Litauerin. Meilutyte begründet ihren Rückzug mit persönlichen Gründen und den Wunsch, sich auf ihr Studium konzentrieren zu wollen. Sie habe diese Entscheidung schon lange getroffen und es sei eine der schwierigsten in ihrem Leben gewesen.

Meilutyte zählte einst zu den besten Brustschwimmerinnen der Welt. Bei den Olympischen Spielen in London 2012 gewann sie überraschend die 100-Meter-Strecke, die Bilder der damals 15-Jährigen, die unter Tränen ihre Goldmedaille erhielt, gingen um die Welt. 2013 verbesserte sie den damaligen Weltrekord über 100 Meter um eine Zehntelsekunde, auf dieser Strecke holte sie 2013 und 2015 auch den WM-Titel.

Meilutyte bei den Olympischen Spielen 2012
Barbara Walton / DPA

Meilutyte bei den Olympischen Spielen 2012

Anfang Mai dieses Jahres hatte der litauische Schwimmverband mitgeteilt, dass Meilutyte eine Sperre erwarte. Demnach habe der Weltverband Fina mitgeteilt, dass sie innerhalb von zwölf Monaten dreimal nicht für unangekündigte Dopingkontrollen aufzufinden gewesen sei. "Die Athletin trägt die volle Verantwortung für die verpassten Tests", erklärte der nationale Verband.

Um Tests außerhalb von Wettkämpfen zu ermöglichen, müssen Spitzenathleten ihre Trainingszeiten angeben sowie täglich eine Stunde sowie den Ort benennen, während derer sie für unangekündigte Kontrollen zur Verfügung stehen. Bei Meilutyte waren diese Daten am 22. April und 19. August 2018 sowie 28. März 2019 demnach nicht zutreffend, als Kontrolleure bei ihr Dopingtests durchführen wollten. Ihr drohte daher eine Wettkampfsperre zwischen zwölf und 24 Monaten.

In den vergangenen Jahren blieben für Meilutyte die ganz großen Erfolge aus. 2015 unterlag sie Julia Jefimowa im Kampf um WM-Gold über 100 Meter Brust. Zuletzt wurde sie 2018 Vize-Weltmeisterin über 50 Meter Brust auf der Kurzbahn. Im vergangenen Jahr sprach sie darüber, dass sie unter Depressionen leide.

mon/dpa/sid



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