Olympia-Affäre um US-Schwimmer Lochte akzeptiert zehn Monate Sperre

Jetzt ist es offiziell: Wegen der Lügenaffäre bei den Olympischen Spielen wird Ryan Lochte für zehn Monate gesperrt. Der US-Schwimmer hat die Strafe akzeptiert.

Ryan Lochte
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Ryan Lochte


Ryan Lochte darf zehn Monate lang an keinem offiziellen Schwimm-Wettbewerb teilnehmen. Der US-Schwimmstar hat die durch das Nationale Olympische Komitee der USA und den US-Schwimmverband verhängte Sperre akzeptiert. Damit verpasst der 32-Jährige die Schwimmweltmeisterschaft 2017 in Budapest vom 14. bis 30. Juli, da er nicht an den Qualifikationsläufen teilnehmen darf.

Zudem muss Lochte die Gewinnprämie für seine Goldmedaille über 4x200 Meter Freistil mit der Staffel in Höhe von 100.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 88.700 Euro) zurückzahlen. Außerdem behalten die beiden Verbände während der Sperre ihre monatlichen Zahlungen ein. Lochte muss 20 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten und darf unter anderem nicht am Empfang des Olympiateams im Weißen Haus teilnehmen.

Lochte hatte während der Olympischen Spiele behauptet, er und seine Teamkollegen Gunnar Bentz, Jack Conger und Jimmy Feigen seien in Rio de Janeiro überfallen worden. Aufnahmen einer Überwachungskamera belegten jedoch, dass der Raubüberfall erfunden war.

Nach Darstellung der brasilianischen Polizei urinierten die vier US-Schwimmer hinter einer Tankstelle und rissen ein Werbeposter von der Wand. Sicherheitskräfte stellten die Athleten. Lochte war von Teamkollegen belastet worden und hatte sich dann für sein Verhalten entschuldigt. Seine Teamkollegen Bentz, Conger und Feigen wurden jeweils für vier Monaten gesperrt.

In Brasilien ist Lochte wegen Falschanzeige angeklagt worden. Zudem verlor er mehrere Sponsoren. Laut Medienberichten dürfte sein finanzieller Verlust bei deutlich mehr als einer Million Dollar (etwa 888.000 Euro) liegen.

Der Schwimm-Weltverband Fina nannte die Maßnahmen in einer Stellungnahme "verhältnismäßig, angemessen und ausreichend" und kündigte an, darüber hinaus keine Strafen mehr zu verhängen.

mon/AP/dpa/sid

insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
zwi1 08.09.2016
1. Zu hart...
Finde ich diese Strafe. Denn Polizisten der schweigeGeld von ihn wollte bestraft keiner.
majttner 08.09.2016
2. Ungerecht
Hope Solo wurde wegen ihrer Aussage über das schwedische Team bei Olympia für ein halbes Jahr gesperrt (was ich persönlich für völlig überzogen halte) und dieser Lügner wird für gerade mal zehn Monate gesperrt?! Wo ist denn da die Verhältnismäßigkeit?
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