Ryder Cup Europas Golfer entthronen die USA

Für Titelverteidiger USA hat sich die Reise nach Europa nicht gelohnt. Das amerikanische Team um Superstar Tiger Woods musste sich beim 34. Ryder Cup im englischen Birmingham überraschend deutlich geschlagen geben.


Paul McGinley: Sein Putt sicherte Europa den Sieg
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Paul McGinley: Sein Putt sicherte Europa den Sieg

Birmingham - Das Europa-Team um den Deutschen Bernhard Langer bezwang die USA am Sonntag mit 15,5:12,5. Damit gelang der Mannschaft von Kapitän Sam Torrance die Revanche für die 13,5:14,5-Niederlage vor drei Jahren in Brookline/USA. Die Veranstaltung war wegen der Terroranschläge vom 11. September 2001 um ein Jahr verlegt worden.

Der entscheidende Putt gelang am Sonntag dem Iren Paul McGinley, der sich im zehnten Match den Punkt am 18. Grün mit Jim Furyk teilte. "Das ist das Größte, was ich je erlebt habe", jubelte Torrance. Für Europa war es der sechste Sieg im prestigeträchtigen Kontinentalvergleich seit 1979. Der nächste Ryder Cup wird 2004 in Bloomfield Hills/Michigan ausgetragen.

Langer war neben Colin Montgomerie der überragende Spieler im Europa-Team. Der 45-Jährige blieb bei seiner zehnten Teilnahme am Ryder Cup erstmals in allen Partien ungeschlagen. Insgesamt steuerte Langer 3,5 Punkte zum Triumph über den Titelverteidiger bei.

"Das war eine super Woche für mich"

"Es ist unglaublich. Ich hatte zwar darauf gehofft, aber vorher nicht ernsthaft mit dem Sieg gerechnet. Wir waren schließlich nur krasser Außenseiter", sagte Langer, der mit insgesamt 24 Punkten seit 1981 zweitbester Ryder-Cup-Spieler aller Zeiten hinter dem Engländer Nick Faldo (25) ist, "das war eine super Woche für mich."

Erfolgreicher beim diesjährigen Ryder Cup als Langer war nur Colin Montgomerie. Der Schotte, der gerade eine Rückenverletzung überstanden hatte, kam fünfmal zum Einsatz und holte dabei 4,5 Punkte. Langer hatte am Samstagnachmittag wegen einer Nackenzerrung um eine Pause gebeten und war im vierten Vierer nicht eingesetzt worden.

Favorisierte US-Profis in den Einzeln schwach

Während sich die europäischen Spieler jubelnd in die Arme fielen, war die Enttäuschung in der US-Mannschaft riesengroß. Das Team um den auch bei seiner dritten Teilnahme nicht überzeugenden Tiger Woods hatte zwar nach den Vierern am Samstag (8:8) noch gute Siegchancen gehabt, doch ausgerechnet in den Einzeln brach die Mannschaft von Kapitän Curtis Strange ein.

In den Duellen Mann gegen Mann waren die Amerikaner aufgrund der besseren Weltranglistenpositionen favorisiert. Vor drei Jahren in Brookline hatten sie sogar noch einen 6:10-Rückstand nach den Vierern wettgemacht. Doch bezeichnenderweise kam Woods in der Partie gegen den seit Monaten formschwachen Schweden Jesper Parnevik nicht über ein Remis hinaus.



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