Augenlicht verloren Zuschauerin will Ryder-Cup-Veranstalter verklagen

Corine Remande war beim Ryder Cup von einem Golfball getroffen worden und erblindete auf einem Auge. Jetzt will sie die Organisatoren verklagen. Die Ordner hätten das Publikum warnen müssen, argumentiert sie.

Brooks Koepka
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Brooks Koepka


Der Ryder Cup wird ein juristisches Nachspiel haben. Die 49 Jahre alte Zuschauerin Corine Remande, die am ersten Tag des Golfturniers nach einem missglückten Abschlag des US-Open-Siegers Brooks Koepka vom Ball im Gesicht getroffen wurde, will den Veranstalter auf Schadensersatz und Kostenübernahme verklagen. Remande ist seit dem Zwischenfall auf dem rechten Auge blind.

"Der Scan bestätigte einen Bruch der rechten Augenhöhle und eine Explosion des Augapfels, der zwar von den Chirurgen genäht werden konnte, aber sie haben mir gesagt, dass ich auf diesem Auge die Sehkraft verloren habe", sagte Remande. Ihr Ehemann Raphaël ergänzte: "Im besten Fall, hat man ihr gesagt, könne sie Formen erkennen, wenn die Schwellung innerhalb eines Monats zurückgehe."

"Hätte eine Warnung durch die Ordner geben müssen"

"Natürlich hatten die Veranstalter in dieser Situation eine Verantwortung, der sie nicht nachgekommen sind", sagte Remande, die gemeinsam mit ihrem Ehemann als Zuschauerin angereist war. Nach Koepkas missglücktem Abschlag sei absehbar gewesen, dass der Ball mit hoher Geschwindigkeit in Richtung der Zuschauer flog. "Da hätte es eine Warnung durch die Ordner geben müssen", sagte sie.

Corine Remande
GERRY PENNY/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Corine Remande

In einer offiziellen Stellungnahme widersprachen die Organisatoren dieser Darstellung allerdings: "Wir können bestätigen, dass mehrfach 'Fore' gerufen worden ist." Dieser Ausruf ist im Golf üblich und soll Personen warnen, die sich in der Flugbahn des Balles befinden könnten. Zu einer möglichen Auseinandersetzung vor Gericht äußerten sich die Organisatoren nicht, drückten aber ihr Mitgefühl aus und kündigten an, das Opfer so lange wie nötig so gut es ginge zu unterstützen.

Remande war bei dem Zwischenfall blutend zusammengebrochen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Der 28-jährige Koepka hatte sich an Ort und Stelle bei ihr entschuldigt, er habe sehr betroffen gewirkt, sagte Remande: "Ich bin nicht wütend auf ihn." Sie habe sogar versucht, "positiv an ihn zu denken, damit er nicht seine Konzentration verliert".

"Dieser Zwischenfall zerbricht mir das Herz", schrieb Koepka auf Twitter. Nachdem er gehört habe, dass Remandes Zustand schlechter sei als zunächst vermutet, habe er mit ihr Kontakt aufgenommen und sein aufrichtiges Mitgefühl mitgeteilt: "Meine Gedanken sind bei Frau Remande und ihrer Familie."

Von den Veranstaltern habe sie seither nichts mehr gehört. "Ich will nur sichergehen, dass sie für alle medizinischen Kosten aufkommen, weil ich nicht weiß, welche Behandlungen in Zukunft noch nötig sein werden", sagte Remande. Sie kündigte an, am Dienstag einen Anwalt in Lyon aufzusuchen.

chh/sid/dpa



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