Ryder Cup Reed beklagt "Buddy System" in US-Team

Nach der Ryder-Cup-Niederlage hat US-Golfer Patrick Reed die Match-Nominierung seines Teams kritisiert. US-Kapitän Jim Furyk soll die Paarungen nicht nur aus rein sportlicher Sicht ausgewählt haben.

Patrick Reed
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Patrick Reed


Nach der Ryder-Cup-Niederlage im Pariser Saint-Quentin-en-Yvelines rumort es im Team der USA. In einem Telefoninterview deutete US-Golfer Patrick Reed nach dem 10,5 zu 17,5 gegen das Team Europa an, dass private Motive für die Niederlage mitverantwortlich gewesen sein könnten.

Im Zentrum der Kritik von Reed steht US-Kapitän Jim Furyk. Dieser verzichtete in zwei Sessions auf Reed, der bei den vergangenen beiden Kontinentalduellen an der Seite von Jordan Spieth in sechs von sieben Spielen ungeschlagen geblieben war. In diesem Jahr spielte Spieth vier Spiele mit Justin Thomas, während Reed zweimal neben Tiger Woods abschlug. "Es ist offensichtlich, dass Jordan nicht mit mir zusammenspielen wollte", sagte Reed.

"Wenn es darauf ankommt, ist es mir egal, ob ich die Person mag, mit der ich zusammenspiele", sagte Reed nach der Niederlage. Er und Spieth hätten eine sehr gute Chemie auf dem Platz. Spieth hätte dennoch an der Seite von Thomas gespielt, weil beide US-Golfer seit ihrer Kindheit befreundet seien. Reed sprach im Hinblick auf Furyks Entscheidungen von einem "Buddy System". Das könnte man in der deutschen Sprache sinngemäß mit dem Wort "Vetternwirtschaft" übersetzen.

Nach der Niederlage von Reed und Woods im ersten Spiel gegen Tommy Fleetwood und Francesco Molinari hätte Reed einen Wechsel zu den altbewährten Teams erwartet. Stattdessen setzte Furyk ihn auf die Bank. Spieth und Thomas gewannen indes drei ihrer vier Spiele, verloren nur eins.

Reed, der nach einer schlechten Leistung in seinem zweiten Spiel an der Seite von Woods wieder ausgewechselt wurde, zeigte sich verwundert. "Ich glaube nicht, dass es klug ist, einen so erfolgreichen Ryder-Cup-Spieler wie mich zweimal auf die Bank zu setzen", sagte der 28-Jährige. In der Kabine des US-Teams seien Sprüche wie "Lasst eure Egos vor der Tür" zu lesen gewesen. Europa habe das besser gemacht, sagte Reed.

hba

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insgesamt 2 Beiträge
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gammoncrack 01.10.2018
1. Patrick Reed gehört zu den unbeliebsten
Spielern in der Golfprofi-Szene. Und das aufgrund seines großen Mundwerkes. Diese Kommentare werden das ganz sicher nicht ändern. Er hat schlecht gespielt, wie übrigens einige seiner Kollegen, und musste deswegen eben auf die Bank. Und er ist sicherlich einer, mit dem niemand unbedingt zusammen spielen will. Dass Jim Furyk insgesamt kein glückliches Händchen hatte, ist wohl unbestritten. Das ist in den USA auch sicherlich Thema. Abschlagsstreuer haben bei solch engen Fairways als Einzelspieler oder nichts in der aufgestellten Mannschaft zu suchen. Insgesamt hat er bei seine Captain's Picks keine glückliche Hand gehabt, wobei ich aber die Nominierung von Woods durchaus nachvollziehen kann. Er hätte spätestens nach Runde 1 auf die Bank gehört. Aber welch ein Geschrei das gegeben hätte, wenn man trotzdem verloren hätte. Freuen wir uns auf den nächsten Ryder Cup, dieses Mal in den USA. Es wird ungleich schwerer.
mbfishing 02.10.2018
2.
Insgesamt stelle ich mir das US-Team durch die verschiedenen Charaktere als sehr explosive Mischung vor. Reed, Watson und Mickelson gelten alle als wenig beliebt. Wenn dann die Leistung nicht stimmt, dann kann die Stimmung natürlich kippen. Furyk trifft meiner Meinung nach keine Schuld, schließlich ist er für die schlechte Leistung der von ihm ausgewählten Spieler nicht verantwortlich. Mit Blick auf Ranglistenposition und Form waren fast alle Nominierungen nachvollziehbar, vielleicht mit Ausnahme von Phil Mickelson. Die Strategie im Turnier kann das Team auch nur begrenzt weit nach vorne bringen, wenn die Einzelleistungen nicht stimmen. Grundsätzlich lag der Kurs den US-Athleten auch nicht wirklich, das sollte man nicht vergessen.
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