Sarthe-Rundfahrt Armstrong gibt auf, Ullrich bangt

Während Tour-de-France-Champion Lance Armstrong wegen eines Magen-Darm-Virus aufgeben musste, hielt Jan Ullrich bei seinem Comeback auch auf der zweiten Etappe der Sarthe-Rundfahrt gut mit. Ob er allerdings für das Coast-Team noch weitere Rennen in dieser Saison bestreiten wird, soll sich am Freitag entscheiden.


Pont-Chateau - Beim Sieg des Italieners Massimo Strazzer auf der zweiten Etappe kam Ullrich mit dem Hauptfeld ins Ziel. Coast-Teamsprecher Marcel Wüst attestierte dem Olympiasieger eine gute Form: "Er zeigt, dass er ohne Probleme mithalten kann." Dagegen musste der US-Amerikaner Armstrong das Rennen auf dem 195,1 Kilometer langen Teilstück von Fontenay-le-Comte nach Pont-Chateau wegen eines Magen-Darm-Virus' aufgeben.

Ihre Wege haben sich bei der Sarthe-Rundfahrt schon getrennt: Jan Ullrich und Lance Armstrong
DPA

Ihre Wege haben sich bei der Sarthe-Rundfahrt schon getrennt: Jan Ullrich und Lance Armstrong

Hinter Tagessieger Strazzer kamen der Franzose Jimmy Casper als Zweiter und Alan Davis aus Australien als Dritter ins Ziel. Das Trikot des Gesamtführenden verteidigte Carlos Da Cruz aus Frankreich. "Heute fiel es mir eigentlich noch leichter als gestern, weil die Teams alles für ihre Sprinter zusammengehalten haben", sagte Ullrich, der sich für das Zeitfahren am Donnerstag über 8,8 Kilometer "einen Platz im Mittelfeld" vorgenommen hat.

Die Stimmung im Coast-Team ist trotz des bislang gelungenen Comebacks seines Spitzenfahrers schlecht. Die Finanzprobleme des Rennstalls zerren weiter an den Nerven der Beteiligten. Nach einem letzten Ultimatum des Internationalen Radsport-Verbandes UCI bis Freitag hängt die Zukunft des Teams von Textilunternehmer Günther Dahms an einem seidenen Faden.

"Wir haben alles gemacht. Jetzt ist Herr Dahms an der Reihe. Bis Freitag müssen die Anwälte eine Lösung gefunden haben", sagte Ullrich-Betreuer Rudy Pevenage. Dem Einsatz des Belgiers war es zu verdanken, dass durch die kurzfristig gegebenen Finanzgarantien des italienischen Ausstatters Bianchi von der UCI am Dienstag unmittelbar vor dem Start wenigstens die vorläufige Fahrerlaubnis für Ullrich erteilt wurde. Bis Freitag fordert die UCI von Coast und Bianchi die Darlegung der Finanzverflechtungen - sonst droht Ullrich die Rücknahme der Lizenz.

"Zwei Minuten haben am Montag gefehlt, dann wären wir weg gewesen", sagte Pevenage. Der Wechsel zu einem anderen Team ist aber noch nicht vom Tisch. Das wäre dann wohl das Ende des Coast-Teams, das im Vormonat schon der zweifache Vuelta-Sieger Alex Zülle (Schweiz) Hals über Kopf verlassen hatte.

"Wenn wir gehen, sieht es für das ganze Team schlecht aus. Hier fahren doch auch eine Menge Freunde von Jan. Deshalb will er unbedingt versuchen, wenigstens bis Oktober durchzuhalten. Aber wenn wir keine Lizenz haben, müssen wir uns natürlich umorientieren", so Pevenage.



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