Sommerspiele in London Saudis verzichten auf Frauen im Olympia-Aufgebot

Die Scheichs bleiben bei ihrer harten Linie: Saudi-Arabien wird keine Frauen zu den Olympischen Spielen nach London schicken. Sportlerinnen des Landes könnten allerdings auf eigene Rechnung an den Wettkämpfen teilnehmen.

Weibliche Fans in Saudi-Arabien: Scheichs beharren für Olympia auf Männer-Kader
REUTERS

Weibliche Fans in Saudi-Arabien: Scheichs beharren für Olympia auf Männer-Kader


Hamburg - Saudi-Arabien will keine Sportlerinnen zu den Olympischen Spielen im Sommer nach London entsenden. Saudische Frauen, die im Ausland leben, dürften auf eigene Faust an den Spielen teilnehmen - aber nicht als Angehörige der offiziellen Delegation, sagte Prinz Nawaf bin Faisal, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bei einer Pressekonferenz in Riad. "Wir unterstützen keine saudischen Frauen bei der Beteiligung an diesen Olympischen Spielen oder bei anderen internationalen Meisterschaften."

Saudischen Sportlerinnen werde von Seiten ihres Landes nur eine Hilfe angeboten: die Sicherstellung, dass ihre Teilnahme auch unter den Bedingungen des islamischen Rechts - der Scharia - verlaufe. "Es gibt Hunderte, wenn nicht Tausende Frauen in Saudi-Arabien, die Sport treiben - aber im Privaten", sagte Prinz Nawaf bin Faisal.

Chancen auf eine Olympia-Teilnahme als erste saudische Frau hätte möglicherweise die Springreiterin Dalma Rushdi Malhas. Bei den ersten Olympischen Jugendspielen 2010 in Singapur gewann sie die Bronzemedaille. Damals war die Reiterin vom IOC eingeladen worden.

Die Haltung Saudi-Arabiens zur Teilnahme von Frauen an den Olympischen Spielen könnte bei den kommenden Treffen vom IOC im Mai ein Thema sein. Vom 27. Juli bis 12. August ist dann Großbritannien Gastgeber der Olympischen Spiele. Das IOC verlangt an sich als Bedingung für die Teilnahme von jedem Land, dass mindestens eine Sportlerin im Aufgebot steht.

aha/dpa



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Seite 1
DerKritische 06.04.2012
1. ....
Zitat von sysopREUTERSDie Scheichs bleiben bei ihrer harten Linie: Saudi-Arabien wird keine Frauen zu den Olympischen Spielen nach London schicken. Sportlerinnen des Landes könnten allerdings auf eigene Rechnung an den Wettkämpfen teilnehmen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,826212,00.html
Sie haben vielleicht Nerven. Jederman kennt doch die Saudi-Arabische Einstellung zur Geschlechtertrennung. Da ist das doch selbstverständlich das dort keine Frauen am Start erscheinen.
Lisa_can_do 06.04.2012
2.
Zitat von DerKritischeSie haben vielleicht Nerven. Jederman kennt doch die Saudi-Arabische Einstellung zur Geschlechtertrennung. Da ist das doch selbstverständlich das dort keine Frauen am Start erscheinen.
DerKritische ist offensichtlich ein Mann. 1) nein, hier geht es nicht um Geschlechtertrennung, sondern um eine glatte 50% - Diskriminierung, 2) um prähistorische Zustände, entschieden von alten Säcken, die Macht per Geburt und Seilschaften haben und von Leistungserbringung, die auch noch im direkten Vergleich wie beim Sport, noch niemals nur annähernd irgendetwas gehört haben. Sorry, diese Entscheider sind für mich keine Männer, sondern Waschlappen-Non-Performer usw. und es ist an dieser zuhöchst diskriminierenden Entscheidung nichts selbstverständlich. Wirklich nicht zu verstehen, wenn in Deutschland solche Systeme, die Rechtsstaatlichkeit komplett ignorieren, auch noch als selbstverständlich bezeichnet werden. Gratulation an DerKritische - der Name und das Statement, dass eine Exkludierung von Frauen eine "selbstverständliche" Entscheidung ist - was für ein Mann. Bewerben Sie sich doch mal bei den Saudis.
cobaea 06.04.2012
3.
Zitat von sysopREUTERSDie Scheichs bleiben bei ihrer harten Linie: Saudi-Arabien wird keine Frauen zu den Olympischen Spielen nach London schicken. Sportlerinnen des Landes könnten allerdings auf eigene Rechnung an den Wettkämpfen teilnehmen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,826212,00.html
warum gelten für Saudi-Arabien nicht die selben Massstäbe wie für Südafrika zu Zeiten der Apartheid? Das Land durfte an keinen internationalen Wettkämpfen teilnehmen, weil es keine Farbigen/Schwarzen zu den Mannschaften zuliess. Es kann ja wohl nicht sein, dass systematische Diskriminierung wegen der Rassenzugehörigkeit zum Ausschluss von Wettkämpfen/Olympischen Spielen führt, Diskriminierung auf Grund des Geschlechts aber nicht.
Haywood Ublomey 06.04.2012
4. Sie haben vielleicht Nerven.
Zitat von DerKritischeSie haben vielleicht Nerven. Jederman kennt doch die Saudi-Arabische Einstellung zur Geschlechtertrennung. Da ist das doch selbstverständlich das dort keine Frauen am Start erscheinen.
Jedermann weiß doch, daß zu Menschenrechten auch gleiche Rechte für Frauen gehören. Da sollte es doch selbstverständlich sein, daß ein Land, das Frauen keinen Sport außerhalb der Privatsphäre gestattet, bei Olympischen Spielen nicht an den Start gehen darf – schließlich sollen die für alle da sein. Wenn, sagen wir mal, Südafrika und Simbabwe weißen Staatsbürgern die aktive Teilnahme an Sportveranstaltungen verweigern würde, würden Sie sich ja auch aufregen.
Rainer Helmbrecht 06.04.2012
5.
Zitat von DerKritischeSie haben vielleicht Nerven. Jederman kennt doch die Saudi-Arabische Einstellung zur Geschlechtertrennung. Da ist das doch selbstverständlich das dort keine Frauen am Start erscheinen.
Ne, selbstverständlich ist, dass das Olympische Komitee einknickt. Da werden immer Ausnahmen gemacht, die man einfach nicht mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in Einklang bringe kann. Man kann diesen Verein ganz leicht erpressen...... mit Geld. Ein käuflicher Haufen verbreitet den Gedanken Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Wobei der Begriff Brüderlichkeit die Krux ist, man sollte das durch Menschlichkeit ersetzen. MfG. Rainer
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