Schach-WM Carlsen rettet sich ins siebte Remis

Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Sergej Karjakin haben sich in Partie sieben erneut remis getrennt. Die Schach-WM in New York bleibt damit weiter offen.

Sergej Karjakin (l.), Magnus Carlsen
AP

Sergej Karjakin (l.), Magnus Carlsen


In Spiel sechs der Schach-WM waren es nur 95 Minuten, in der siebten Partie dauerte es dann immerhin gut zwei Stunden: Aber auch diese Begegnung zwischen Weltmeister Magnus Carlsen aus Norwegen und Herausforderer Sergej Karjakin, der mit Weiß eröffnet hatte, endete mit einer Punkteteilung. Carlsen fand besser aus der Eröffnung, stand nach einem Fehler aber unter Druck und schaffte dann zumindest noch das Remis nach 33 Zügen.

Zum ersten Mal in diesem Turnier eröffnete Karjakin nicht mit dem Königsbauern sondern mit d2-d4. In der dann gespielten Variante des Angenommenen Damengambits schien der Herausforderer früh aus seiner Vorbereitung zu sein. Nach der Auflösung des Zentrums kam Carlsen mit einem leichten Entwicklungsvorsprung von der Eröffnungsphase ins entstehende Mittelspiel.

Doch ein fehlerhafter Turmzug brachte Karjakin zurück in die Partie. Beim Abtausch vieler Figuren ging die Initiative auf ihn über. Carlsen behielt aber trotz der kritischen Stellung die Nerven. Der Weltmeister musste im 19. Zug zwischen zwei für ihn nachteilhaften Varianten abwägen. Er wählte schließlich eine Abwicklung, die ihn zwar einen Bauern kostete, aber die verbleibenden Figuren so entscheidend aktivierte, dass es für die Punkteteilung reichte.

Karjakin konnte in den zwei direkt aufeinander folgenden Weißpartien seinen Anzugsvorteil nicht nutzen, sah dies aber im Anschluss nicht sonderlich dramatisch: "Ich muss die Chancen nutzen, wenn sie kommen. So wie in der fünften Partie - und da hatte ich Schwarz. Die Farbe spielt also keine Rolle."

Insgesamt steht es damit 3,5:3,5. Wer in dem auf zwölf Partien ausgelegten Wettbewerb zuerst 6,5 Punkte erreicht, ist der neue Weltmeister. Bei Gleichstand geht es in einen Tiebreak mit verkürzter Bedenkzeit. Die achte Partie startet am Montag (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Dann eröffnet Carlsen mit Weiß.

Hier können Sie Schachrätsel lösen

bes/aev



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
markzwanzig 21.11.2016
1. Aha
geht doch. Dass aber irgendein dahergelaufener Forist erst sagen muss, dass essentielle Informationen wie ne mögliche Verlängerung abläuft in die Berichterstattung gehören ist eigentlich nur traurig. Wer wird denn hier für die Arbeit bezahlt?
cs01 21.11.2016
2.
Zitat von markzwanziggeht doch. Dass aber irgendein dahergelaufener Forist erst sagen muss, dass essentielle Informationen wie ne mögliche Verlängerung abläuft in die Berichterstattung gehören ist eigentlich nur traurig. Wer wird denn hier für die Arbeit bezahlt?
Das ist der Artikel zur 7. Partie. Soll in jeden Artikel immer wieder der gleiche Absatz rein, wie der Modus ist? Dazu ist der Link auf die Themenseite da, da kann man weitersuchen. Falls es interessiert, erst Schnell, wenn das nicht hilft Blitz und wenn dass nicht hilft Armargedon.
haresu 21.11.2016
3. Eine bizarre Situation
Carlsen bestimmt die Eröffnungen, erzielt auch fast immer Vorteil, kommt aber zu nichts zählbarem und dreht langsam durch. Karjakin der sich eine Eröffnungsvorbereitung weitgehend geschenkt zu haben scheint zeigt bislang keinen anderen Ehrgeiz als den seinen Gegner zu frustrieren. Das gestrige lässige Remis passt auch gut in diese Strategie. Scheinbare Großzügigkeit mit leicht beschämender Wirkung. Hoffentlich reißt sich Carlsen noch mal zusammen aber im Moment riecht es nach einem "lucky punch" für Karjakin.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.