Schach-WM in London Carlsen und Caruana auf dem Weg zum "Armageddon"

Und wieder ein Remis: Bei der Schach-Weltmeisterschaft zwischen Magnus Carlsen und Fabiana Caruana gibt es auch nach elf Partien noch keinen Sieger. Alles deutet auf einen Tiebreak hin.

Magnus Carlsen (l.) und Fabiano Caruana
FACUNDO ARRIZABALAGA/EPA-EFE/REX

Magnus Carlsen (l.) und Fabiano Caruana


In der elften WM-Partie haben sich Schach-Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Fabiano Caruana zum elften Mal auf Remis geeinigt. Nach 55 Zügen gaben sich die Spieler die Hand. Carlsen hatte zu diesem Zeitpunkt mit Weiß zwar einen Bauern mehr auf dem Brett, ansonsten aber nur ungleichfarbige Läufer, sodass es keine echten Siegchancen gab.

Bereits im 14. Zug war es zum Damentausch gekommen, in der Folge konnte sich keiner der beiden Spieler einen echten Vorteil erarbeiten. Insgesamt verlief die Partie recht spannungslos.

Nach einem weiteren Ruhetag kommt es am Montag zur zwölften und damit letzten regulären Partie der diesjährigen Weltmeisterschaft. Sollte es dann das nächste Remis geben, folgt ein Tiebreak. Dabei werden zunächst vier Partien im Schnellschach gespielt, bei denen die Bedenkzeit auf 25 Minuten verkürzt wird. Wenn danach immer noch kein Gewinner feststeht, folgen maximal zehn Partien im Blitzschach mit nur noch fünf Minuten Bedenkzeit.

Sollte es auch danach beim Remis bleiben, fällt die Entscheidung in der Variante "Armageddon". Dabei hat Weiß fünf und Schwarz nur vier Minuten Bedenkzeit. Dafür wird Schwarz zum Sieger erklärt, falls es zum erneuten Remis kommen sollte. Bislang wurde noch keine Schach-WM im "Armageddon" entschieden, zwischen Carlsen und Caruana könnte es aber der letzte Ausweg sein.

mmm



insgesamt 9 Beiträge
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roithamer 24.11.2018
1. Hauptsache, es geht mal zuende
Diese WM ist nichts für Schachdilettanten wie mich.
Sokrates1939 24.11.2018
2. Momentaufnahmen
Ich erlaube mir bereits jetzt die Feststellung, daß beide Spieler sich als gleichwertig erwiesen haben. Als ich als Junge zum ersten Mal von einem Schachweltmeister hörte, glaubte ich zuerst, daß dieser jede Partie gegen andere Spieler gewinnen müßte. Davon kann natürlich ebensowenig die Rede sein wie, daß ein Fußball-Weltmeister jedes Spiel gegen andere Mannschaften gewinnen oder der beste 100m-Läufer überall und immer schneller als andere laufen würde. Es handelt sich bei den Meisterschaften stets nur um Momentaufnahmen. Insbesondere bei Schach-Duellen kann sich auswirken, daß einer mit dem anderen nicht "kann". Objektiv besser schiene es mir, den Sieger eines doppelrundigen Kandidaten-Turniers zum Weltmeister zu erklären. Ich persönlich könnte allerdings ohne Weltmeister jeglicher Art gut leben.
matt.the.bat 24.11.2018
3.
"Ein Spitzensport, dem es nicht gelingt, für Laien ein wenig Unterhaltung zu bieten, wird dort verbleiben, wo der Pfeffer wächst: Madagaskar." Wenn Sie Schach nicht interessiert, lesen Sie doch was über Madagaskar. Interessiert mich auch nicht, les' ich dann aber auch nicht. Und noch weniger beschwere ich mich darüber in der Madagaskar-Community...
quark2@mailinator.com 24.11.2018
4.
Obwohl ich einige Partien im Detail als sehr interessant empfand, finde ich den aktuellen Modus nicht optimal. 12 Partien sind ohnehin zu wenig. Karpov - Kasparov ist für mich der Kampf, an dem such WMs zu messen haben. Aber ich finde auch, daß die früherer Regel besser war, daß bei einem Unentschieden nach z.B. 24 Partien der Weltmeister seinen Titel behält. Das motiviert den Konkurenten von Beginn an, auf Sieg zu spielen. Dieses Elfmeterschießen, was jetzt wohl in Form von Blitzschach kommt, ist unwürdig. Mich stört es schon, daß die Spieler so wenig Zeit bis zum 40. Zug haben. Denn das bedeutet, daß jemand, der die Eröffnung nicht auswendig kennt, sich nicht mehr durch eigenes Denken retten kann, weil er dann aus Zeitnot Fehler machen wird. Hmmm, die Computer haben das Schachspiel sehr bereichert, aber leider auch noch mehr in Richtung auswendig lernen verschoben. Nicht mein Ding. Wäre besser, die Spieler bekämen eine Stellung nach der Eröffnung vom Computer zugeteilt, der sicherstellt, daß sie ausgewogen ist. Dann könnten sie die zuende spielen.
quark2@mailinator.com 24.11.2018
5.
Schach hatte vielleicht nie den Anspruch, Laien Unterhaltung zu bieten. Vielmehr bietet er jungen Gehirnen Aufbautraining ...
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