Auftakt zur Schach-WM in London Remis nach mehr als sieben Stunden

Spektakulärer Auftakt in die Schach-WM: 115 Züge lang bekämpften sich Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Fabiano Caruana. Dann einigten sie sich auf Unentschieden. Und verpassten nur knapp einen Rekord.
Magnus Carlsen (l.), Fabiano Caruana

Magnus Carlsen (l.), Fabiano Caruana

Foto: Stefan Rousseau/ dpa

Diese erste Partie macht Lust auf mehr. Nach gut sieben Stunden Spielzeit nahm der norwegische Schach-Weltmeister Magnus Carlsen zum Auftakt der WM in London das Remis-Angebot seines Herausforderers Fabiano Caruana an. Zu diesem Zeitpunkt spielten beide neben ihren Königen nur noch mit je einem Turm und drei (Carlsen) beziehungsweise zwei Bauern (Caruana).

Der Herausforderer aus den USA spielte mit Weiß und eröffnete mit dem Doppelschritt des e-Bauern. Carlsen reagierte und überraschte seinen Gegner mit der Sizilianischen Verteidigung. Caruana zeigte sich nervös und verbrauchte gleich zu Beginn deutlich mehr Zeit.

Als Carlsen zum Damenflügel und rochierte und den gegnerischen König angriff, sah er schon wie der sichere Sieger aus. Doch der Weltmeister verpasste es, zwischen dem 30. und 40. Zug für die Entscheidung zu sorgen. Stattdessen konnte sich Caruana befreien und nach Damentausch in das Turmendspiel mit nur einem Minusbauern retten.

Carlsen versuchte in seiner typischen Manier, den Herausforderer zu Fehlern zu verleiten und nahm dafür sogar sieben Stunden am Brett in Kauf. Aber Caruana ließ sich nicht locken und sicherte nach dem 115. Zug das Remis. Damit blieb die Partie nur knapp hinter der WM-Rekordmarke. Die 5. Partie der Weltmeisterschaft 1978 zwischen Anatolij Karpow und Wiktor Kortschnoi hatte nach 124 Zügen remis geendet.

Schon morgen sitzen sich Carlsen und Caruana zur zweiten Partie gegenüber (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Dann eröffnet der Weltmeister. Hier können Sie die erste Partie Zug um Zug nachlesen.

Ausführliche Informationen, wie SPIEGEL ONLINE über die Schach-WM in London berichtet, finden Sie hier.

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