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28. November 2018, 06:30 Uhr

Magnus Carlsen vs. Fabiano Caruana

Tiebreak oder Armageddon - so wird die Schach-WM entschieden

Zwölf Duelle gab es bislang bei der WM in London - und noch keinen Sieg. Weltmeister Magnus Carlsen und Herausforderer Fabiano Caruana spielen nun Schnellschach-Partien gegeneinander - und das muss noch nicht das Ende sein.

Was bisher geschah: Magnus Carlsen und Fabiano Caruana haben zwölf Duelle bei der Schach-WM in London gespielt, bislang waren es meist enge Auseinandersetzungen. Nur in wenigen Partien konnte sich einer der beiden Großmeister einen klaren Vorteil erspielen - doch auch dann lautete das Ergebnis stets: Remis. Zwölf Unentschieden in Serie zum Auftakt sind übrigens Rekord in der 132-jährigen Schach-Geschichte: Garri Kasparow und Viswanathan Anand waren bei der WM 1995 mit acht Remis gestartet.

Wie es jetzt weitergeht: Carlsen und Caruana treffen am Mittwoch (16 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im Tiebreak aufeinander. Dabei spielen sie zunächst vier Schnellschach-Partien. Die Bedenkzeit für beide beträgt 25 Minuten, hinzu kommen zehn Sekunden Zeitgutschrift pro Zug. In normalen WM-Partien haben die Kontrahenten 100 Minuten Zeit für 40 Züge, gefolgt von 50 Minuten für 20 Züge und danach 15 Minuten für den Rest der Partie. Hinzu kommen je 30 Sekunden Zeitgutschrift pro Zug.

Falls es nach dem Schnellschach immer noch keinen Sieger geben sollte, folgen maximal zehn Partien Blitzschach mit lediglich fünf Minuten Bedenkzeit (und drei Sekunden Zeitgutschrift pro Zug). Steht es dann immer noch unentschieden, kommt es zum Entscheidungsmatch.

Was noch kommen kann: Dieses Match wird "Armageddon" genannt. Dabei hat der Spieler mit den weißen Figuren fünf Minuten Bedenkzeit, sein Gegner nur vier Minuten. Bei einem Remis ist der Spieler mit weniger Zeit, also der Großmeister mit den schwarzen Figuren, der Gewinner. Wer mit welcher Figur spielt, wird vorher gelost. Beliebt ist diese Spielform zumindest bei Herausforderer Caruana nicht: "Eine WM im Armageddon zu entscheiden, kann nicht unser Anspruch sein", sagte der US-Amerikaner.

Wer die besseren Chancen hat: Carlsen gilt als der mit Abstand beste Schnell- und Blitzschachspieler der Welt, er wurde in diesen Disziplinen insgesamt fünfmal Weltmeister. Im Tiebreak sieht sich der Norweger selbst als klaren Favoriten, sonst hätte er Caruana in der zwölften Partie aus vermeintlich aussichtsreicher Stellung wohl kaum ein Remis angeboten. Übrigens: Carlsen verteidigte 2016 seinen WM-Titel, indem er den Russen Sergej Karjakin in vier Schnellschachpartien 3:1 besiegte.

bka/sid

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