Schach-WM Kramnik gewinnt und vertagt die Entscheidung

Im zehnten Aufeinandertreffen bei der Schach-Weltmeisterschaft in Bonn zwischen Titelverteidiger Viswanathan Anand und Wladimir Kramnik siegte der Herausforderer. Dennoch fehlt Anand nur ein Remis zum Triumph.


Hamburg - Mit einer überraschenden Variante und dem ersten Sieg hat Herausforderer Wladimir Kramnik die Entscheidung über den Titel vertagt. Der Russe zwang den indischen Weltmeister Viswanathan Anand in der zehnten Partie nach 29 Zügen und 2:54 Stunden zur Aufgabe und verkürzte auf 4:6. Doch nur durch Siege am Mittwoch (15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) und am Freitag könnte Kramnik sich in den Tiebreak retten, Anand fehlt hingegen nur noch ein Remis zur erfolgreichen Titelverteidigung.

Großmeister Kramnik: Sieg im zehnten Spiel
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Großmeister Kramnik: Sieg im zehnten Spiel

Kramnik, der am Mittwoch mit Schwarz antritt, hat in dieser Konstellation noch nie eine Turnierpartie gegen Anand gewonnen. "Die ersten Niederlagen waren für Kramnik ein psychologischer Schock, aber jetzt scheint er sich etwas gefangen zu haben", analysierte der deutsche Großmeister Helmut Pfleger die Partie.

Kramnik überraschte Anand, der mit Schwarz eine Hauptvariante der Nimzowitsch-Indischen Verteidigung wählte. Anand spielte fortan zu unpräzise und offenbarte ungewohnte Schwächen. Zudem kam er in Zeitnot. Kramnik sagte im Anschluss: "Meine Aussichten haben sich heute verbessert, aber meine Chancen sind immer noch sehr weit entfernt von 50 Prozent. Es war heute eine sehr seltsame und ganz delikate Stellung. Ich bin froh, dass ich die richtigen Entscheidungen getroffen habe."

2009 muss der Sieger seinen Titel entweder gegen Ex-Weltmeister Wesselin Topalow (Bulgarien) oder Gata Kamsky aus den USA verteidigen. Das Duell um das Herausforderungsrecht soll im November stattfinden, allerdings erfordern organisatorische Probleme wohl eine Verschiebung.

Unabhängig vom Ausgang erhalten beide Spieler nach der ersten WM auf deutschem Boden seit 1934 je 600.000 der 1,5 Millionen Euro Preisgeld. 300.000 Euro gehen an den ausrichtenden Weltverband Fide.

jar/sid



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