Schach-WM "Schach" für Kasparow

Bei der Schach-WM in London steht Garri Kasparow kurz vor dem Aus. Herausforderer Wladimir Kramnik fehlt nur noch ein Remis zum erstmaligen Titelgewinn.


Garri Kasparow: "Minimale Chancen"
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Garri Kasparow: "Minimale Chancen"

London - Wenig überraschend hat sich Titelverteidiger Garri Kasparow bei der "Braingames-Schach-WM" in London auch in der drittletzten von 16 Partien auf ein Unentschieden zwischen ihm und Herausforderer Wladimir Kramnik geeinigt. Kramnik konnte damit seine Führung auf 8:6 ausbauen. Dem 25-jährigen Russen fehlt nur noch ein Remis in den letzten beiden verbleibenden Partien, um die 15-jährige Alleinherrschaft von Kasparow auf dem Schach-Thron zu beenden.

Obwohl Kasparow, der mit Schwarz spielte, lange einen Vorteil am Brett ausarbeiten konnte, gelang es ihm nicht, in der über fünfstündigen Partie entscheidendes Kapital herauszuschlagen. Das Remis bedeutet fast schon den Titelgewinn für den einstigen Schüler des Weltmeisters. Kasparow selbst war es, der anschließend seine Chance auf eine Titelverteidigung als "minimal und eher unwahrscheinlich" bezeichnete. Damit lag er mit den meisten Beobachtern der Auseinandersetzung auf einer Linie.

Obwohl er am Dienstag mit Schwarz spielte, lieferte Kasparow dem Herausforderer einen langen Kampf, der erst mit dem Remis-Angebot bei Zug 57 endete. Kramnik wurde sogar eine Weile in Bedrängnis gebracht, als er mit dem 18. Zug seinen C-Bauern isolierte, eine Handlung, die im Presseraum heftigst diskutiert und als Fehlzug interpretiert wurde, aus der sich Kasparow jedoch keinen Vorteil verschaffen konnte.



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