Schach-WM Weltmeister Anand baut Führung aus

Die Titelverteidigung rückt näher: Schach-Weltmeister Viswanathan Anand hat zum zweiten Mal gegen seinen russischen Herausforderer Wladimir Kramnik gewonnen. Dem Inder fehlen jetzt noch drei Punkte zur Entscheidung.


Hamburg - Ein genialer Springerzug hat Großmeister Viswanathan Anand einen komfortablen Zwei-Punkte-Vorsprung beschert. Mit dem zweiten Sieg in der fünften Partie baute der Titelverteidiger am Montag seine Führung bei der Schach-Weltmeisterschaft in Bonn aus. Der Inder führt jetzt mit 3,5:1,5 Punkten. Der Spieler, der zuerst 6,5 Punkte erreicht, ist Weltmeister. Bei einem 6:6-Gleichstand wird am 2. November in einem Tie-Break der Sieger ermittelt.

Titelverteidiger Anand (r.) gegen Kramnik: Drei Punkte bis zum Sieg
Getty Images

Titelverteidiger Anand (r.) gegen Kramnik: Drei Punkte bis zum Sieg

Kramnik hatte wie am vergangenen Freitag das Damengambit gewählt und eine Veränderung seines Stellungsaufbaus vorgenommen. Die Anfangszüge wurden von beiden Spielern äußerst schnell ausgeführt.

Anand, der die gleiche Variante spielte wie bei seiner ersten Gewinnpartie, benötigte in der Folge jedoch stets weniger Zeit als sein Gegner. Ein Zeichen dafür, wie gut der Inder auf alle Abspiele vorbereitet war. Kramnik legte mehrere Denkpausen ein, um seinen Angriff zu verstärken, konnte aber die Verteidigung des Weltmeisters nicht knacken.

Bei knapper Bedenkzeit unterlief dem Russen dann der entscheidende Fehler. Im 29. Zug opferte er eine Leichtfigur, um in der Mitte des Bretts durchbrechen und entscheidenden Vorteil erzielen zu können. Anand hatte jedoch weiter gerechnet und zwang Kramnik mit einem feinen Springerzug Se3 nach drei Stunden im 35. Zug zur Kapitulation. Da nur noch sieben Partien ausstehen, ist Kramniks Lage damit bereits kritisch geworden.

Das sechste Duell findet am Dienstag (15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) statt. Ex-Weltmeister Wladimir Kramnik war nach der neuerlichen Schlappe niedergeschlagen. "Ich kann mir eine bessere Situation vorstellen. Aber meine Lage ist noch nicht völlig hoffnungslos", sagte der 33-Jährige.

mig/dpa/sid



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.