Scheckbetrug Wimbledon-Finalist auf der Flucht

Einst war Roscoe Tanner einer der besten Tennisspieler in der Welt und jagte mit seinen harten Aufschlägen der Konkurrenz Angst und Schrecken ein. Nun fahndet die Polizei nach dem ehemaligen Weltklassespieler, der bis vor kurzem noch in Deutschland spielte.


Miami - Der ehemalige Wimbledonfinalist Roscoe Tanner, der 1979 das Endspiel auf dem "heiligen Rasen" in fünf Sätzen gegen Björn Borg verlor, wird derzeit in Florida polizeilich gesucht. Die Justizbehörden von Pinellas County haben den 51-jährigen Amerikaner, dessen größter Erfolg der Gewinn der Australian Open im Jahre 1977 war, zur Fahndung ausgeschrieben. Tanner werden schwerer Diebstahl, Scheckbetrug und Urkundenfälschung zur Last gelegt. Anfang Oktober hatte der Linkshänder noch für den TC Wolfsberg Pforzheim bei der Senioren-EM in Barcelona gespielt, inzwischen ist er untergetaucht.

Offensichtlich führt Tanner ein Luxusleben, dass er nicht mehr mit eigenen Mitteln finanzieren kann. Seit Juni liegt ein bundesweit gültiger Haftbefehl gegen ihn vor, weil er eine Zehn-Meter-Yacht mit einem nicht gedeckten Scheck über 36.000 Dollar erworben hatte. Aus dem Vorjahr besteht ein weiterer Haftbefehl wegen nicht geleisteter Unterhaltszahlungen.

Es sind nicht die ersten Zusammenkünfte Tanners mit dem Gesetz. Im Mai 2001 wurde er sogar während eines Seniorenturniers in Atlanta wegen "vorsätzlicher Missachtung des Gerichts" verhaftet. Gegen eine Kaution von 8000 Dollar wurde er freigelassen. 1997 musste der ehemalige Daviscup-Sieger sogar hinter Gitter, weil eine halbe Millionen Dollar Unterhaltsschulden hatte.



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