Schleichwerbung Zahlungen der Hasseröder-Brauerei an Mohren vermutet

In der Affäre um den Ex-Sportchef des MDR, Wilfried Mohren, ist nach Informationen des SPIEGEL auch die Hasseröder-Brauerei ins Blickfeld der Ermittler geraten. Zugleich wird deutlich, dass der MDR stärker als bisher bekannt von der Finanzakquise Mohrens profitierte.

Hamburg - Nachdem Mohren Anfang 2000 einen Vertrag des MDR über – legales – Sponsoring mit der Brauerei Hasseröder vermittelt hatte, soll er weitere Nebenvereinbarungen mit der Biermarke geschlossen haben, für die das Ehepaar Mohren in drei Jahren insgesamt 63.911,50 Euro erhalten haben soll.

Im Gegenzug soll Mohren dafür gesorgt haben, den Namen Hasseröder häufiger in den Sendungen zu nennen. Mohren, so die Ermittler, soll zudem persönlich dafür gesorgt haben, dass Studiogäste das Logo der Biermarke so aufgenäht trugen, dass es für die Kameraleute unmöglich war vorbeizufilmen.

Der Brauereikonzern Inbev, der Hasseröder im Jahr 2002 übernommen hat, teilt mit, man habe die Arbeit der Ermittler zu den Vorfällen vor der Übernahme vorbehaltlos unterstützt.

Insgesamt sollen Mohren und seine Frau nach den Ermittlungen 351.179,16 Euro über verkaufte Sendezeit und Schleichwerbung erwirtschaftet haben. Allein vom Energiedienstleister Techem sollen 81.468 Euro geflossen sein. Die Deutsche Sporthilfe soll 45.000 Euro gezahlt haben.

Der MDR profitierte dabei stärker als bisher bekannt von Mohrens Finanzaquisen. Neben dem Hasseröder-Sponsoring-Vertrag soll Mohren für den MDR im Jahr 2002 beim Motorradweltverband einen Produktionskostenzuschuss in Höhe von 400.000 Euro für die Übertragung der Motorradweltmeisterschaft 2002, insgesamt 16 TV-Sendungen, vermittelt haben.

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