Schnellste Zeit der Geschichte Gay läuft 100 Meter in 9,68 Sekunden

Was für ein Sprint: Bei den US-Ausscheidungswettkämpfen für die Olympischen Spiele in Peking lief Tyson Gay die 100 Meter so schnell wie kein Mensch zuvor. Als Weltrekord werden seine 9,68 Sekunden aber nicht gewertet, dafür war es zu windig.

Hamburg - Gay hatte bei seinem Lauf in Eugene/Oregon einen Rückenwind von 4,1 Metern pro Sekunde - daher wird seine Zeit nicht als Weltrekord anerkannt. Die Höchstgrenze für offizielle Rekorde liegt bei einer Windgeschwindigkeit von zwei Metern pro Sekunde. Die Bestmarke über 100 Meter liegt damit weiterhin bei 9,72 Sekunden, aufgestellt vor wenigen Wochen von dem Jamaikaner Usain Bolt.

Die 9,68 Sekunden von Gay sind jedoch die schnellste jemals gestoppte Zeit über 100 Meter. Dieser Rekord wurde bislang von Obadele Thompson gehalten. Der Mann von der Karibikinsel Barbados kam 1996 nach 9,69 Sekunden ins Ziel - bei einem Rückenwind von fünf Metern pro Sekunde.

"Der Wind war mir relativ egal", sagte Gay nach seinem Rekordlauf. "Die Zeit bedeutet mir viel. Jetzt weiß ich, dass ich solche Leistungen in mir habe."

Durch seinen ersten Rang bei den US-Ausscheidungswettkämpfen hat der 25-Jährige zudem seinen Platz bei den Olympischen Spielen in Peking (8. bis 24. August) sicher. Dort kommt es zum Duell gegen die Jamaikaner Bolt und Aasafa Powell. Letzterer hatte vor Bolts Rekordlauf mit 9,74 die Bestmarke gehalten.

"Die Goldmedaille bei Olympia ist meine größte Motivation, und ich möchte mir das Beste bis zum Schluss bewahren", so Gay. Für die "New York Times" hat er die Grenzen der menschlichen Leistungsfähigkeit "nicht zertrümmert, aber ernsthaft verbeult". Eine Formulierung, die Zweifel am sauberen Zustandekommen der jüngsten Fabelzeiten aufkommen lässt.

hut/sid

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