Schock für Gerolsteiner Positiver Dopingtest bei Hondo

Radprofi Danilo Hondo ist Anfang März bei der Murcia-Rundfahrt positiv auf ein Stimulanzmittel getestet worden. Der Gerolsteiner-Rennstall hat seinen Sprintstar deshalb heute bis zur Kontrolle der B-Probe suspendiert.

Hamburg - Im Urin Hondos wurde laut A-Probe ein Stimulanzmittel nachgewiesen, über das Teamchef Hans-Michael Holczer bisher keine näheren Angaben machte. Hondo hatte beim Frühjahresklassiker Mailand-San Remo Platz zwei hinter dem Italiener Alessandro Petacchi belegt und zuvor bei der Murcia-Rundfahrt zwei Etappen gewonnen.

"Für mich ist eine Welt zusammengebrochen", reagierte Holczer auf die positive A-Probe Hondos. Der 31-jährige Radprofi, viele Jahre im Schatten von Erik Zabel beim Team Telekom, war Anfang 2004 zum deutschen Konkurrenten in die Eifel gewechselt und gehört zu den besten Sprintern im Peloton.

"Großer Imageschaden"

"Danilo schwört, dass er sich die Sache nicht erklären kann. Wir versuchen fieberhaft, Licht in das Dunkel zu bringen", sagte ein sichtlich zerknirschter Holczer, der sein Lebenswerk in Gefahr sieht, "sieben Jahre lang habe ich das Team aufgebaut, und dies wäre der erste Dopingfall, wenn sich der Verdacht bestätigt."

Hondo, der sich in sein Haus im schweizerischen Ascona zurückgezogen hat, ließ über Gerolsteiner nur eine Stellungnahme verbreiten: "Das Ergebnis der Proben muss ich zunächst als Fakt ansehen, auch wenn ich wie vor den Kopf geschlagen bin. Ich werde in den nächsten Tagen versuchen, die Ursachen für das Zustandekommen wissenschaftlich zu ergründen. Ich bitte daher um Verständnis, dass ich mich erst bei Vorlage der Fakten wieder öffentlich äußern werde."

Hondo hatte bei der Murcia-Rundfahrt die erste Etappe und das folgende Einzelzeitfahren gewonnen und beim dritten Tagesabschnitt den zweiten Platz belegt. Eine Dopingprobe nach der Auftaktetappe war negativ gewesen.

Erschrocken reagierte auch Olaf Ludwig, künftiger Teamchef des Teams T-Mobile, auf die Nachricht: "Wenn Danilo schuldig gesprochen wird, ist das mit Sicherheit ein großer Imageschaden für den deutschen Radsport, den wir alle verkraften müssen, da kann von Konkurrenzdenken keine Rede sein."

Schon am Donnerstag informiert worden

Hondo sollte bei der Flandern-Rundfahrt am Sonntag als Gerolsteiner-Kapitän starten. Am Freitagmittag war er zunächst wegen einer "fiebrigen Erkrankung" abgemeldet worden. "Wir sind schon am Donnerstag vom Weltverband UCI über das positive Ergebnis informiert worden", stellte Holczer später klar. Auf Hondo, der für diese Saison Zabels Sturz vom deutschen Sprinter-Thron angekündigt hatte, hatten große Hoffnungen von Team und Sponsor geruht.

Sollte Hondos positiver Befund mit der B-Probe bestätigt werden, könnte der einstige Familienbetrieb, den Holczer über Jahre in die oberste Radsportliga und zur Tour-Teilnahme führte, in Gefahr sein. Selbst wenn der Sponsor, ein Mineralwasserkonzern aus der Eifel, sein bis 2008 zugesichertes Engagement aufrechterhält, verliert man in Hondo das für den deutschen Markt derzeit beste Aushängeschild.

Der Pressesprecher des Sprudelherstellers, Stefan Göbel, deutete an, dass man am Radsport festhalten will: "Gerolsteiner unterstützt den Kampf gegen den Gebrauch verbotener Mittel im Sport und begrüßt die rigorose Vorgehensweise. Wir bedauern den Vorgang zutiefst, begrüßen jedoch die konsequente Vorgehensweise des Teammanagements."

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