Schwache Judoka Wanner verliert nach neun Sekunden

Nach dem Jubel über Yvonne Bönischs Goldmedaille folgte heute für die deutschen Judoka die Ernüchterung. Weltmeister Florian Wanner, als Mitfavorit ins Turnier gegangen, wurde nur Siebter. Medaillenhoffnung Anna von Harnier schied sogar schon in der ersten Runde aus.


Athen - Einen Tag nach dem Olympiasieg von Yvonne Bönisch ließen sich die deutschen Judoka von ihren Gegnern auf die Matte legen. Florian Wanner wurde im Halbmittelgewicht vom Aserbaidschaner Mehman Asisow geradezu vorgeführt. Im Finale der Trostrunde lag der Weltmeister schon nach neun Sekunden nach einem Hüftwurf am Boden und war geschlagen. Damit war die Chance auf Bronze dahin. "Der siebte Platz ist enttäuschend. Ich habe nicht gezeigt, was ich kann", sagte Wanner. Die Bürde des Weltmeisters habe ihn allerdings nicht belastet.

Auch die Medaillenträume von Anna von Harnier in der gleichen Gewichtsklasse waren schnell geplatzt. 26 Sekunden vor Schluss des ersten Kampfes konnte sich die WM-Dritte, die bis dahin in Führung lag, nicht mehr aus einem Festhaltegriff der Kanadierin Marie-Helene Chisholm befreien.

"Das war total verschenkt. In Gedanken war ich schon beim nächsten Kampf", ärgerte sich die 23-Jährige. "Das war überflüssig wie ein Kropf", sagte Judo-Bundestrainer Frank Wieneke. Besonders von Wanners Leistung war Wieneke enttäuscht: "Er hat seine Leistung nicht optimal abrufen können. Voriges Jahr hatte er Riesenerfolg, jetzt nicht. So ist das eben."

Die Goldmedaillen holten im Halbmittelgewicht der Männer der Grieche Ilias Iliadis, bei den Frauen die Japanerin Ayumi Tanimoto.



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