Schweizer Triumph Alinghi holt erneut den America's Cup

Es ging um eine Sekunde: Die Alinghi hat in einem dramatischen Rennen die siebte Wettfahrt und damit den America's Cup gegen Herausforderer Team New Zealand gewonnen.


Hamburg - Die Alinghi-Crew hatte heute in einem packenden Duell das bessere Ende für sich. Im Ziel lagen die Schweizer nur eine Sekunde vor dem Konkurrenten und entschieden das Finale mit 5:2 Siegen für sich. Nach drei Rennen hatte der Herausforderer noch 2:1 geführt. Vor vier Jahren hatte sich die Alinghi vor Auckland 5:0 gegen Team New Zealand durchgesetzt.

Die letzte Wettfahrt war durchweg spannend. Zwar lagen die Neuseeländer lange Zeit in Führung, aber dank geschickter Manöver wendeten die Schweizer an der ersten und dritten Tonne als Erste. Zudem kassierte der Herausforderer noch eine Strafe, weil er der gegnerischen Yacht an der letzten Tonne das Wegerecht nahm. Der Titelverteidiger sah deshalb wie der sichere Sieger aus. Doch nach einem Spinnaker-Schaden holte Team New Zealand auf, verpasste aber wegen der Strafe knapp den Sieg.

"Wir sind großartig gesegelt und haben immer an unsere Stärke geglaubt. Dass es keinen Durchmarsch geben wird, war mir schon vom ersten Rennen an klar. Jetzt sind wir natürlich sehr glücklich. Es ist fantastisch, dass der Cup in Europa bleibt", sagte Alinghis Sportdirektor Jochen Schümann. Er hatte das Schweizer Team vor vier Jahren zum ersten America's-Cup-Triumph geführt, diesmal aber kurzfristig auf einen Platz an Bord verzichtet.

Auch bei Alinghis Gründer und Teaminhaber Ernesto Bertarelli kannte die Freude keine Grenzen. "Das war das härteste Rennen, aber auch der schönste Segelsieg meines Lebens. Ich liebe mein Team. Ich liebe Valencia. Ich denke, wir alle haben hier Großartiges geleistet", sagte Bertarelli.

Team-New-Zealand-Skipper Dean Barker gratulierte: "Es ist natürlich enttäuschend, wenn man in so vielen Rennen an der ersten Wendemarke vorn liegt und dann doch nicht gewinnt. Aber uns ist das Comeback nach der schweren Niederlage 2003 gelungen und ich bin stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein."

Nun steht fest, dass auch die nächste Auflage des America's Cup in Europa ausgetragen wird. Auch eine Folgekampagne des Team Germany scheint damit gesichert. Wäre der Cup nach Neuseeland gegangen, hätten sich die Deutschen nach Angaben von Kampagnen-Boss Michael Scheeren bei der Sponsorensuche ungleich schwerer getan. "Bei aller sportlichen Fairness haben wir Alinghi natürlich schon ein wenig mehr die Daumen gedrückt", sagte der 49-Jährige.

bri/sid



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