Schwimm-EM DSV-Springer holen zweimal Gold

Erfolgsstory, Teil zwei: Turmspringerin Christin Steuer hat nach ihrem Einzelgold auch den Titel im Synchron-Wettbewerb bei der Schwimm-EM gewonnen. Sie siegte zusammen Nora Subschinski. Dann legte Patrick Hausding nach. Er triumphierte vom Dreimeter-Brett.

Kunstspringer Patrick Hausding: Zu Gold gedreht
dpa

Kunstspringer Patrick Hausding: Zu Gold gedreht


Hamburg - Christin Steuer und Nora Subschinski setzten sich beim Synchronspringen vom 10-Meter-Turm mit 319,68 Punkten nach fünf Durchgängen an die Spitze. Deutlich dahinter lagen Julia Prokoptschuk und Alina Tschaplenko (306,30) aus der Ukraine (3:06,30) sowie Monique Gladding und Megan Sylvester aus Großbritannien (300,64). Für Steuer war es bereits der vierte Triumph bei einer EM im Synchron-Wettbewerb. Sie siegte bereits 2004, 2006 und 2008. Am Donnerstag hatte sie zudem Gold im Einzelspringen gewonnen.

Mit dem letzten Sprung hat sich auch Patrick Hausding Gold gesichert. Er siegte im Wettbewerb vom Dreimeter-Brett und gewann seine insgesamt dritte Medaille in Budapest. Zuvor war der 21-Jährige jeweils Zweiter vom Einmeter-Brett sowie vom Dreier mit Synchronpartner Stephan Feck geworden. Hausding verwies mit 463, 20 Punkten die Russen Ilja Sacharow (458,15) und Jewgeni Kusnetsow (455,80) auf die Plätze zwei und drei.

Eine weitere Medaille für den DSV gab es durch Christian Kubusch. Der 22-Jährige belegte über 800 Meter Freistil den zweiten Platz und verbesserte seinen eigenen deutschen Rekord auf 7:49,12 Minuten. Es siegte der Franzose Sebastien Rouault, Bronze holte Samuel Pizzetti aus Italien.

Patzer im vierten Sprung

"Das sind die zwei schönsten Tage meines Sportlerlebens", sagte Steuer nach dem zweiten Gold binnen 24 Stunden. Subschinski freute sich ebenfalls. "Nach unserem Patzer im vierten Sprung wurde es nochmal eng. Aber den letzten Sprung haben wir zum Glück super runter gebracht", so die Steuer-Partnerin, die während des Wettkampfes mit starken Rückenproblemen zu kämpfen hatte.

Steuer und Subschinski waren mit Mit zwei guten Pflichtsprüngen ins Programm gestartet. Beide zeigten aber bei einer Handstandausführung im vierten Durchgang große Probleme. Dennoch verteidigte das DSV-Duo seinen Vorsprung. Der dreieinhalbfache Vorwärtssalto gehechtet war der Sprung zum Gold.

DSV-Sportdirektor und Sprung-Cheftrainer Lutz Buschkow lobte das Duo anschließend: "Das war eine großartige Leistung, zumal beide ja noch die Belastung vom Vortag in den Knochen hatten", sagte Buschkow.

'Ich dachte schon, ich hätte es bei den Sprüngen zuvor verbockt", sagte dagen Hausding. Doch die Anzeigetafel zeigte am Ende des Wetkampfes die "1" an, und Hausding machte vor Freude eine " Arschbombe" ins Wasser.

Franzose siegt über 100 Meter Freistil

Alain Bernard kraulte derweil zum EM-Titel über 100 Meter Freistil. Der Titelverteidiger aus Frankreich schlug nach 48,49 Sekunden an. Silber holte sich mit drei Hundertstel Sekunden Rückstand der Russe Jewgeni Lagunow vor William Meynard (48,56) aus Frankreich. 200-Meter-Europameister Paul Biedermann hatte verzichtet.

Anastasia Tschaun siegte über 200 Meter Brust. Die Russin verwies in 2:23,50 Minuten Sara Nordenstam aus Norwegen (2:24,42) und die Dänin Rikke Moeller Pedersen (2:24,99) auf die Plätze. Die Schwedin Sarah Sjöström war über 100 Meter Schmetterling erfolgreich. Die Weltrekordhalterin schlug nach 57,32 Sekunden an und war damit acht Hundertstel schneller als die Britin Francesca Halsall. Dritte wurde Sjöströms Teamkollegin Therese Alshammar (57,80), die zuvor die 50 Meter gewonnen hatte. Sina Sutter war im Halbfinale gescheitert.

Wada will verpflichtende Bluttests

Die anscheinend laschen Doping-Kontrollen sowohl bei der WM 2009 in Rom wie nun auch bei der EM in Budapest hat unterdessen die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada auf den Plan gerufen. "Wir finden das sehr enttäuschend. Wir hätten gedacht, dass der Schwimmsport Blutkontrollen nun ernster nimmt. Wir werden darüber nachdenken, ob wir Blutkontrollen bei internationalen Sportveranstaltungen verpflichtend machen", sagte Wada-Generaldirektor David Howmann der ARD. Bei den Titelkämpfen in Italiens Hauptstadt war bekannt geworden, dass keine Blutkontrollen während der Wettkämpfe durchgeführt worden waren.

Auch bei der EM in Budapest sind offenbar keine Bluttests vorgesehen, Tests auf Epo sollen nach ARD-Informationen vom europäischen Verband Len nur bei Rekorden genommen werden, die nach dem Verbot der High-Tech-Anzüge allerdings selten geworden sind. "Es scheint mir so, dass es vielleicht wünschenswert wäre, dass diese Bluttests durchgeführt werden", sagte Len-Präsident Nory Kruchten. "Ich werde sehen, wie wir das in der Zukunft abstellen und dann auch die Bluttests bei unseren wichtigen Veranstaltungen durchführen können."

mti/sid/dpa



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