Schwimm-EM Hausding und Klein drehen sich zu Gold

Zweite Goldmedaille binnen zwei Tagen für Wasserspringer Patrick Hausding: Gemeinsam mit Sascha Klein holte der 21-Jährige bei der Schwimm-Europameisterschaft den Titel vom Zehn-Meter-Turm. Silber gab es für Silke Lippok, Daniela Samulski und die 4x200-Meter-Staffel der Männer.

Synchronspringer Hausding (l.), Klein: Dritter EM-Titel in Folge vom Zehn-Meter-Turm
dpa

Synchronspringer Hausding (l.), Klein: Dritter EM-Titel in Folge vom Zehn-Meter-Turm


Hamburg - Das Titelsammeln der deutschen Athleten bei der Schwimm-EM in Ungarn geht weiter: Einen Tag nach seinem Sieg vom Drei-Meter-Brett gewann Patrick Hausding auch Gold im Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm mit seinem Partner Sascha Klein. Es ist die siebte Goldmedaille für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) bei den kontinentalen Titelkämpfen in Budapest.

Die beiden Deutschen waren als Vorkampfsieger ins Finale gestartet. Sie profitierten davon, dass kurz vor Finalbeginn der 16-jährige britische Welt- und Europameister vom Turm, Thomas Daly, verletzungsbedingt absagte.

Nach den Pflichtsprüngen lagen Hausding/Klein zunächst nur auf Rang drei. Sie lieferten sich anschließend mit den starken Russen Victor Minibajew/Ilja Sacharow, die mehrfach mit Traumnoten bis 10,0 bewertet wurden, ein hochklassiges Duell. Vor dem letzten Durchgang lagen Hausding/Klein noch 0,8 Punkte zurück auf Platz zwei. Aber Hausding machte es wie am Tag zuvor: Mit dem letzten Sprung fing er den bis dato führenden Sacharow noch ab.

Drittes EM-Gold in Serie für das Turmspring-Duo

Am Ende bekamen Hausding/Klein für ihre sechs Sprünge 478,11 Punkte, Zweite wurden Minibajew/Sacharow (466,95) vor Hordeitschik/Kaptur aus Weißrussland (426,03). Für das DSV-Duo war es nach 2008 und 2009 das dritte EM-Gold in Serie.

Vor seinen beiden Goldmedaillen hatte Hausding bereits Silber vom Ein-Meter-Brett und gemeinsam mit Stephan Feck die gleiche Medaille im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett geholt. Damit hat Hausding nun insgesamt sieben EM-Medaillen geholt. Er ist der erste DSV-Athlet, der bei einer einzigen EM viermal Edelmetall gewinnen konnte - und der 21-Jährige kann noch nachlegen. Ob er nach seinen Kräfte zehrenden vier Auftritten am Sonntag wie ursprünglich geplant auch noch im Turm-Einzel startet, ist jedoch noch offen.

Lippok und Samulski schwimmen zu Silber

Silke Lippok ist in ihrem ersten Einzelfinale überraschend zu Silber über 200 Meter Freistil geschwommen. Die 16-Jährige, die mit der 4x100-Meter-Freistilstaffel bereits Gold gewonnen hatte, musste sich in der persönlichen Bestzeit von 1:56,98 Minuten nur der italienischen Doppel-Weltmeisterin Federica Pellegrini (1:55,45) geschlagen geben. Dritte wurde die Ungarin Agnes Mutina (1:57,12).

Ebenfalls Silber gewann Daniela Samulski über 50 Meter Rücken. Die Vize-Weltmeisterin schlug nach 27,99 Sekunden an. Europarekordhalterin Samulski musste sich nur der Weißrussin Alexandra Herasimenja (27,64) geschlagen geben. Peris Minguet (Spanien) wurde Dritte. Wegen eines gebrochenen Fußes hatte Samulski drei Monate pausieren müssen.

Einzel-Europameister Paul Biedermann hat die deutsche 4x200-Meter-Freistilstaffel zu Silber geführt. In 7:08,19 Minuten musste sich das DSV-Quartett mit Biedermann, Tim Wallburger, Robin Backhaus und Clemens Rapp nur Russland (7:06,71) geschlagen geben. Bronze gewann Frankreich (7:09,70).

Isabelle Härle hingegen hat bei ihrem EM-Debüt über 1500 Meter Freistil eine Medaille klar verpasst. Die 22-Jährige, die wegen gesundheitlicher Probleme mit Trainingsrückstand ins Rennen ging, wurde in 16:24,45 Minuten Achte. Den Titel gewann die Dänin Lotte Friis (15:59, 13) vor der Irin Grainne Murphy (16:02,29) und der Spanierin Erika Villaecija Garcia (16:05,08).

Platz zehn mit 247,60 Punkten belegte Wasserspringerin Uschi Freitag vom Drei-Meter-Brett. Einen Doppelsieg feierten Russlands Springerinnen durch Nadesda Baschina (324,10) und Anastasia Posdnjakowa (316,40). Bronze ging an die Ungarin Nora Barta (291,75). Die deutsche Meisterin Katja Dieckow, die im Vorjahr noch EM-Bronze gewonnen hatte, war bereits im Vorkampf ausgeschieden.

Donez, Korotyschkin und Scozzoli gewinnen Gold

Den Titel über 200 Meter Rücken sicherte sich der Russe Stanislaw Donez in 1:57,18 vor Titelverteidiger Markus Rogan aus Österreich und dem Franzosen Benjamin Stasiulis. Yannick Lebherz verpasste einen Podestplatz. Der deutsche Meister kam nach 1:58,87 Minuten als Siebter ins Ziel.

Europameister über 100 Meter Schmetterling wurde der Russe Jewgeni Korotyschkin in 51,73 Sekunden. Platz zwei sicherte sich Joeri Verlinden aus den Niederlanden (51,82) vor dem Polen Konrad Czerniak (52,16). Der Hamburger Steffen Deibler war im Halbfinale gescheitert.

Sieger über 50 Meter Brust wurde Fabio Scozzoli. Der Italiener holte sich die Goldmedaille in 27,38 Sekunden vor dem Rumänen Dragos Agache (27,47) und Lennart Stekelenburg aus den Niederlanden (27,51). Europarekordler Hendrik Feldwehr aus Essen war bereits im Halbfinale ausgeschieden.

ham/sid/dpa



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