Deutsche Wasserballer bei Schwimm-WM "Schönste Niederlage, die wir je hatten"

Deutschlands Wasserballer haben bei der Schwimm-WM erstmals verloren - und stehen dennoch vor dem Einzug ins Viertelfinale. Der Bundestrainer rief schon während des Spiels gegen Italien, die Niederlage "ist die schönste".

Bundestrainer Hagen Stamm (l.) und Sohn Marko Stamm (Foto vom zweiten Gruppenspiel)
DPA/Bernd Thissen

Bundestrainer Hagen Stamm (l.) und Sohn Marko Stamm (Foto vom zweiten Gruppenspiel)


Einige Sekunden waren noch zu spielen, Deutschlands Wasserballer hätten im Vorrundenduell bei der Schwimm-WM gegen Italien theoretisch noch den Ausgleich erzielen können. Dann nahm Bundestrainer Hagen Stamm bei Ballbesitz eine Auszeit - und bremste sein Team. Ruhig sollen sie spielen, rief er, nicht mehr den Ball verlieren, keine Attacken, und über die TV-Mikrofone hörte man auch diesen Satz: "Das ist die schönste Niederlage, die wir je hatten."

Die deutschen Wasserballer ließen danach die letzten Sekunden ohne Offensivaktion verstreichen. 7:8 (2:1, 2:3, 3:2, 0:2) hieß es zum Schluss, für Deutschland war es die erste Niederlage im dritten und letzten Gruppenspiel bei der Schwimm-WM in Südkorea. Doch es war auch eine Pleite, die das Team von Bundestrainer Stamm in dieser Höhe verschmerzen konnte: Als Gruppenzweiter hinter Italien darf die Auswahl weiter auf das Viertelfinale hoffen, in der kommenden Playoff-Runde um den Einzug in die Runde der letzten acht Teams trifft Deutschland am Sonntag auf Südafrika (11.30 Uhr).

Bei Niederlage mit drei Toren hätte starkes Spanien gewartet

Für die deutschen Wasserballer ist das ein schlagbarer Gegner: Südafrika wurde in der Gruppe C zwar Dritter, kassierte aber deutliche Niederlagen gegen Ungarn (5:23) und Spanien (3:23). Die spanische Auswahl wäre Deutschlands Playoff-Gegner gewesen, hätten die deutschen Wasserballer mit drei Toren Unterschied gegen Italien verloren. Dieses Szenario trat nicht ein, und vor allem deswegen dürfte Bundestrainer Stamm bereits Sekunden vor Abpfiff von einer "schönen Niederlage" gesprochen haben.

"Das ist wahrscheinlich die süßeste Niederlage meiner Karriere", sagte Stamm dann nach Abpfiff, der sich vor dem Duell gegen Südafrika siegessicher zeigte: "Ich denke mal, dass wir den Einzug in die Top acht feiern können. Das wäre ein Riesenschritt für den deutschen Wasserball und toll für die Jungs." Zuletzt hatte die DSV-Auswahl 2011 in Shanghai im WM-Viertelfinale gestanden.

Gegen den klaren Favoriten Italien zeigten sich Dennis Eidner, mit drei Toren bester Werfer, und Torwart Moritz Schenkel in guter Form. Auch der mit Bänderriss spielende Marko Stamm traf erneut.

jan



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kpb47 19.07.2019
1. Stramm?
Mal ehrlich: Würden Sie den Fußballbundestrainer Löhf nennen? Hagen Stamm ist eine Ikone des deutschen Wasserballs, deshalb sollten Sie als Sportredaktion seinen Namen eigentlich kennen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.