Schwimm-WM Deutsche Frauen-Staffel gewinnt Silber

Das DSV-Quartett hat über viermal 200 Meter Freistil zwar den Weltrekord verloren, aber eine Medaille gewonnen. Nur die US-Amerikanerinnen waren schneller. Die deutsche Schlussschwimmerin revanchierte sich im Endspurt bei ihrer französischen Konkurrentin.


Melbourne - Die Freistil-Staffel der Frauen hat mit Silber über viermal 200 Meter die zweite Medaille für die deutschen Beckenschwimmer gewonnen. Meike Freitag, Britta Steffen, Petra Dallmann und Annika Lurz aus Würzburg schlugen in 7:53,82 Minuten an und verloren ihren Weltrekord aus dem vergangenen Jahr. Die US-Amerikanerinnen holten in 7:50,09 Gold und verbesserten die deutsche Bestmarke von der Europameisterschaft in Budapest vergangenen Jahres um 73 Hundertstel Sekunden. Bronze sicherte sich Frankreich in 7:55,96 Minuten.

Schlussschwimmerin Lurz: Silber gegen die Weltmeisterin gesichert
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Schlussschwimmerin Lurz: Silber gegen die Weltmeisterin gesichert

Nach dem letzten Wechsel gingen Annika Lurz und die Französin Laure Manaudou gleichzeitig auf die letzten 200 Meter. Anders als noch im Einzelfinale war Lurz schneller als die Weltrekordlerin und sicherte die Silbermedaille.

Europameisterin Janine Pietsch hat über ihre Paradestrecke 50 Meter Rücken eine Medaille verpasst. In 28,87 Sekunden kam sie auf den achten und letzten Finalplatz. "Achter Platz ist enttäuschend, aber ich bin halt auch nur ein Mensch", sagte Pietsch. Gold sicherte sich die US-Amerikanerin Leila Vaziri, die in 28,16 Sekunden ihren am Vortag aufgestellten Weltrekord einstellte. Silber ging an Aliaksandra Herasimenia aus Weißrussland in 28,46 Sekunden vor Tayliah Zimmer aus den USA (28,50).

Jessicah Schipper hat Gastgeber Australien bei der Schwimm-WM in Melbourne Gold über 200 Meter Schmetterling beschert. In 2:06,39 Minuten lag die Weltrekordlerin vor Kimberly Vandenberg aus den USA, die nach 2:06,71 Minuten anschlug. Bronze gewann Olympiasiegerin Otylia Jedrzejczak aus Polen in 2:06,90 Minuten. Eine deutsche Schwimmerin war auf dieser Strecke nicht am Start.

Michael Phelps schwimmt weiter in einer eigenen Liga. Über 200 Meter Lagen gewann der 21-Jährige mit seinem dritten Weltrekord seinen vierten Titel. In 1:54,98 Minuten lag Phelps vor seinem Landsmann Ryan Lochte (1:56,19) und blieb dabei 86 Hundertstel Sekunden unter seiner eigenen Bestmarke aus dem vergangenen Jahr. Bronze sicherte sich in Europarekordzeit von 1:56,92 der Ungar Laszlo Cseh. Insgesamt hat Phelps, der nun die Rekordzahl von 13. WM-Titeln zu Buche stehen hat, zum 19, Mal einen Weltrekord aufgestellt, nur Mark Spitz hat in seiner Karriere mit 25 mehr Weltbestmarken geknackt.

Der italienische Titelverteidiger Filippo Magnini und Brent Hayden aus Kanada haben zeitgleich den Titel über 100 Meter Freistil gewonnen. Nach 48,43 Sekunden schlugen die beiden an, Bronze blieb für Eamon Sullivan aus Australien, der 48,47 Sekunden benötigte. Der zweimalige Olympiasieger Pieter van den Hoogenband aus den Niederlanden wurde in 48,63 Sechster.

Die Bilanz der deutschen Männer ist niederschmetternd. Bisher erreichten nur der 20-jährige Paul Biedermann über 200 Meter Freistil ein Einzel-Finale, in dem er den siebten Rang belegt hatte. Mark Warnecke war als Titelverteidiger über 50 Meter Brust schon im Vorlauf ausgeschieden, und auch Michael Schubert, Johannes Neumann und Europameister Helge Meeuw bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. "Das ist traurig", so die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) Christa Thiel. "Man hat auch keine hohen Erwartungen an die Herren gestellt", sagte Thiel und fügte hinzu: "Die Männer sollten sich ein Beispiel an den Mädchen nehmen." Selbstkritisch zeigte sich Jens Thiele nach dem 31. Rang über 200 Meter Lagen und Platz 26 über 200 Meter Rücken: "Mir macht das auch nicht gerade Spaß, darüber zu diskutieren, wie scheiße ich hier schwimme."

guv/sid/dpa



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