Schwimm-WM in Südkorea Freiwasser-Weltmeister Wellbrock im Becken außer Form

Florian Wellbrock hat das Finale über 800 Meter Freistil verpasst. Der Umstieg auf die Beckenwettbewerbe misslang der Medaillenhoffnung - Wellbrock blieb mehr als zehn Sekunden über seiner Bestzeit.

Florian Wellbrock ist nicht ins Rennen reingekommen
François-Xavier Marit AFP

Florian Wellbrock ist nicht ins Rennen reingekommen


Gerade mal eine Woche ist es her, da gehörte Florian Wellbrock zu den strahlenden Siegern dieser Schwimm-WM im südkoreanischen Gwangju. Über zehn Kilometer im Freiwasserschwimmen siegte der 21-Jährige und krönte sich zum Weltmeister. Wellbrock, der ursprünglich Beckenschwimmer war und sich erst spät für die doppelte Karriere entschied, verzichtete danach auf die Freiwasser-Staffel - die ebenfalls Gold gewann -, um sich auf die Beckenwettbewerbe vorzubereiten. Das ist der Medaillenhoffnung, zumindest über 800 Meter, gehörig misslungen.

Wellbrock belegte in den Vorläufen über die 800 Meter Freistil nur den 17. Platz und verpasste damit überraschend deutlich das Finale. Er blieb in 7:53,75 Minuten mehr als zehn Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit, für den Finaleinzug hatte Wellbrock über fünf Sekunden zu viel. Vorlaufschnellster war der Italiener Gregorio Paltrinieri.

Wellbrock stieg wortlos aus dem Wasser und ließ erst verspätet über den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) eine schriftliche Stellungnahme verbreiten: "Ich bin überhaupt nicht ins Rennen reingekommen. Und ich kann es mir zurzeit auch nicht erklären, eigentlich hatte ich mich ganz gut gefühlt."

Wellbrock hatte zwar im Vorfeld gewarnt, er müsse angesichts der Leistungsdichte über die 800 Meter aufpassen, "dass man nicht im Vorlauf rausfliegt", doch wirklich gerechnet hatte er damit nicht. "Ich weiß, dass ich gut in Form bin und mich auf keinen Fall verstecken muss", hatte Wellbrock vor dem Start gesagt. Am Samstag hat der Europameister über die 1500 Meter eine zweite Chance, seine historische Chance mit Medaillen im Freiwasser und auf der Bahn erfolgreich zu Ende zu bringen.

krä/dpa/sid

insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ronald1952 23.07.2019
1. Meine Güte,
daß macht doch nichts, jeder hat doch mal ein Formtief und gerade im Leistungssport werden den Menschen dort Leistungen abverlangt die wir normalen Sterblichen niemals leisten könnten. Leider sieht man immer nur die vergangenen Leistungen von Sportlern, wenn dann diese Sportler mal ein Tief haben geht das Gemecker auch schon los.Egal ob Leichtathlet, Fußballer oder wie hier auch Schwimmer.Mal Gewinnt man, mal verliert man so ist eben das Leben! schönen Tag noch,
Bernd_Schmitt 23.07.2019
2. Ein guter Hinweis darauf, dass
er nicht dopt ... Schwächen gehören dazu. Du bringst nicht in wirklich jedem Rennen - und vor allem direkt nach einem komplett anderem Wettbewerb, den Du auch noch sehr erfolgreich beschritten hast - die perfekte Leistung.
mannausbonn 23.07.2019
3. der jung ist 21 jahre alt ...
also alles gut ... da kann passieren. ich erinner mich da noch an franzi ... die ist doch auch mal ganz übel im der zwischenrunde ausgeschieden ... (und dann durch den verzicht einer kollegin noch in's finale gerutscht).
gumbofroehn 23.07.2019
4. Das kennt auch jeder Freizeitsportler ...
... "gebrauchte Tage" gibt es immer mal, auch wenn die Form eigentlich stimmt. Jetzt muss er ein Finale weniger schwimmen, das kann gegen Paltrinieri über 1.500 m Freistil noch zum Vorteil werden.
pjotrmorgen 23.07.2019
5. Sachlicher Ton
Der Artikel ist angenehm sachlich geschrieben im Gegensatz zu anderer medialer Berichterstattung. Vor allem TV-Reporter von ARD/ZDF aber auch anderen Sendern gehen die Athleten geradzu vorwurfsvoll an, wenn eine/r mal schlechtere Leistungen bringt. Besonders irrsinig sind derartige Interviews mit deutschen Athleten, die sich noch mitten in einem Wettbewerb wie etwa bei Olympischen Spielen befinden, beispielsweise bei Fünfkämpfern vor der nächsten Wettbewerbsrunde. Dieses dämliche Verhalten sieht man wohl als kritischen Journalismus an, führt aber nur dazu, dass die Athleten noch nervöser werden und ganz sicher versagen. Weder Journalisten noch die Zuschauer haben ein Recht darauf, dass ein Sportler eine bestimmte Leistung erbringt. Im Sport gibt es zu viele Faktoren, die einen Teilnehmer beinflussen können. Da genügt schon eine Nacht mit zu wenig Schlaf oder ein privates Problem, das ablenkt, und schon kann die normale Leistung nicht erreicht werden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.