WM-Silber für Schwimmerin Sarah Köhler Sie kann drinnen und draußen

Nach Gold im Freiwasserschwimmen hat Sarah Köhler nun mit einem deutschen Rekord im Becken nachgelegt: Die 25-Jährige sicherte sich Silber über 1500 Meter Freistil. Auch, weil Superstar Katie Ledecky fehlte.

Sarah Köhlers bislang größter Erfolg waren zwei Silbermedaillen bei der EM 2018
Bernd Thissen/dpa

Sarah Köhlers bislang größter Erfolg waren zwei Silbermedaillen bei der EM 2018


Sarah Köhler hat bei der Schwimm-WM in Südkorea Silber über 1500 Meter Freistil gewonnen. Die 25-Jährige schlug nach 15:48,83 Minuten an und blieb dabei deutlich unter dem deutschen Rekord (bisher: 15:54,08 Minuten, ebenfalls aufgestellt von Köhler). Sie musste sich mit rund acht Sekunden Rückstand der Italienerin Simona Quadarella geschlagen geben.

"Ich habe immer noch die Befürchtung gehabt, dass jemand von hinten angeschwommen kommt. Aber auf der letzten Bahn wusste ich: Okay - das reicht", sagte Köhler. Bronze ging an die 17-jährige Chinesin Wang Jianjiahe.

Nach dem Vorlauf-Aus von Köhlers Freund Florian Wellbrock über 800 Meter Freistil am Vormittag sorgte Köhler rund neun Stunden später für die erste Medaille der deutschen Beckenschwimmer bei den Titelkämpfen in Gwangju.

Köhler gewann bereits Staffel-Gold im Freiwasserschwimmen

Köhler profitierte bei dem Erfolg auch vom Fehlen der amerikanischen Seriensiegerin Katie Ledecky. "Jeder hat mit Gold geliebäugelt, nachdem Katie das Finale abgesagt hat", sagte Köhler dem ZDF. Die 22-Jährige aus den USA hatte ihren Start aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen. Die fünfmalige Olmpiasiegerin und 14-malige Weltmeisterin hatte zuvor über 400 Meter Freistil eine überraschende Niederlage hinnehmen müssen.

Dagegen hatte Köhler schon in der vergangenen Woche in Yeosu über Gold jubeln können. Sie siegte mit der Freiwasser-Staffel über 4 x 1,25 Kilometer. Köhler ist nach der niederländischen Olympiasiegerin Sharon van Rouwendaal (2015) die erste Schwimmerin, die bei Weltmeisterschaften drinnen und draußen Edelmetall gewann.

Die Athletensprecherin sicherte sich zudem die erste Einzelmedaille einer deutschen Freistil-Schwimmerin seit dem Gewinn der Goldmedaille von Britta Steffen vor zehn Jahren. Über die Distanz 1500 Meter Freistil war es die erste deutsche Medaille seit 2003, damals hatte Hannah Stockbauer Gold gewonnen, Jana Henke war Dritte geworden.

Für die EM-Zweite Köhler war es der größte internationale Erfolg im Becken. Sie füllte das WM-Konto des Deutschen Schwimm-Verbands auf nun sieben Medaillen auf. In der vergangenen Woche hatten die Freiwasserschwimmer mit zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze vorgelegt. Zudem steuerten die Wasserspringer Tina Punzel und Lou Massenberg eine Bronzemedaille bei.

jan/dpa



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