Schwimm-WM Stockbauer und Buschschulte triumphieren

Hannah Stockbauer hat sich bei der Schwimm-WM in Barcelona ihren zweiten Titel gesichert. Die 21-Jährige gewann nach dem Rennen über 400 Meter auch auf der längeren Strecke. Grund zur Freude hatte auch Antje Buschschulte.


Kann sich nach zwei Siegen in Barcelona ruhig zurücklehnen: Weltmeisterin Hanna Stockbauer

Kann sich nach zwei Siegen in Barcelona ruhig zurücklehnen: Weltmeisterin Hanna Stockbauer

Barcelona - Zwei Tage nach dem Sieg über 400 m hat sich Hannah Stockbauer am Dienstag bei den Weltmeisterschaften in Barcelona zur deutschen Schwimm-Königin gekrönt. Die 21 Jahre alte Erlangerin verteidigte in einem beeindruckenden Rennen über 1500 m Freistil ihren Titel und schwamm mit 16:00,18 Europarekord. Kurz darauf vollendete Antje Buschschulte den Damen-Tag mit WM-Gold über 100 m Rücken. In 1:00,50 Minuten unterbot die Magdeburgerin dabei den deutschen Uralt-Rekord von Ina Kleber aus dem Jahr 1984.

"Ich bin echt stolz auf mich", sagte Stockbauer nach ihrem großen Auftritt im "Palau Sant Jordi", wo ihr 10 000 Fans zu Füßen lagen. Während des Rennens war Stockbauer auf den Punkt topfit. Bei 400 m übernahm sie die Führung. "Es ging voll leicht am Anfang, es kam keiner mehr, da bin ich mein eigenes Rennen geschwommen." Selbstbewusst zog sie einsam ihre Bahnen, schwamm der Konkurrenz förmlich davon. Niemand konnte ihr an diesem Tag das Wasser reichen. Als sie ihre Zeit auf der Anzeigetafel sah, schlug sie die Hände vors Gesicht - es war geschafft. Aus der Hand des IOC-Ehrenpräsidenten Juan Antonio Samaranch durfte Hannah Stockbauer Gold entgegen nehmen. DSV- Präsidentin Christa Thiel war begeistert: "Zweites Gold, das ist sensationell, einfach wunderbar." Jetzt will Hannah Stockbauer noch ihren WM-Titel über 800 m verteidigen.

Antje Buschschulte hat mit ihrer Goldmedaille endlich den Sprung ganz oben auf das Treppchen geschafft. "Das ist der größte Tag in meinem Sportlerleben", jubelte die Studentin, die damit in die Fußstapfen der 1982 über diese Distanz siegreichen Kristin Otto trat. Zudem löschte sie den drittältesten deutschen Frauenrekord, den die Erfurterin Ina Kleber am 24. August 1984 in Moskau aufgestellt hatte. "Ich kann es nicht fassen, dass es endlich geklappt hat", sagte die Siegerin.

Weltmeisterin über 100 m Brust wurde die Chinesin Xuejuan Luo. Sarah Poewe (Wuppertal) schwamm als Vierte an einer Medaille vorbei. "Ich habe mein Bestes versucht, aber das war nicht gut genug", sagte die gebürtige Südafrikanerin. Platz vier blieb trotz deutscher Rekordzeit (54,17) auch nur Steffen Driesen (Wuppertal) über 100 m Rücken. Das wäre sogar Europarekord gewesen, wenn der Russe Arkadi Wjatschanin, der den Chemnitzer Stev Theloke als Rekordhalter ablöste, mit 53,92 nicht noch schneller gewesen wäre. "Vor zwei Jahren wäre ich mit dieser Leistung Weltmeister geworden. Blöd, dass es nicht mal zu einer Medaille gereicht hat", sagte Driesen. Den Titel holte der Amerikaner Aaron Peirsol.

Die 29 Jahre alte Jana Henke aus Potsdam schwamm zu Bronze über 1500 m. Für den vierten Weltrekord sorgte der 18 Jahre alte Amerikaner Michael Phelps in 1:53,93 Minuten über 200 m Schmetterling. Schwimm-Oldie Mark Warnecke (33) schwamm souverän als Halbfinal- Dritter in das Finale über 50 m Brust. Jens Kruppa (Riesa) verpasste als Elfter den Endlauf. Der erst 18 Jahre alte Helge Meeuw aus Wiesbaden scheiterte über 200 m Schmetterling erst im Halbfinale. Über 200 m Freistil der Frauen verpassten Petra Dallmann (Heidelberg) und Alessa Ries (Heddesheim) das Finale. Seinen zweiten Titel sicherte sich Australiens Superstar Ian Thorpe über 200 m Freistil. Olympiasieger Pieter van den Hoogenband aus den Niederlanden blieb nur Rang zwei.



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