Erneute Proteste gegen Skandalschwimmer Sun Yang holt weiteren WM-Titel - und wird ausgebuht

Der umstrittene chinesische Schwimmer Sun Yang hat auch den WM-Titel über 200 Meter Freistil gewonnen. Er kam zwar nur als Zweiter ins Ziel, aber der Schnellste wurde disqualifiziert. Bei der Siegerehrung wurde es laut.

Bei der Siegerehrung bleibt Duncan Scott (rechts) dem Weltmeister fern
Catherine Ivill/Getty Images

Bei der Siegerehrung bleibt Duncan Scott (rechts) dem Weltmeister fern


Erneute Aufregung um Sun Yang: Der Schwimmer aus China hat bei den Titelkämpfen im südkoreanischen Gwangju seine zweite Goldmedaille gewonnen - nach einer Disqualifikation des Litauers Danas Rapsys. Nach der Siegerehrung geriet er mit dem Drittplatzierten aneinander.

Auf der Anzeigetafel erschien zunächst der Name des Vizeeuropameisters Rapsys als Sieger, doch Sekunden später blinkte "DSQ" (Disqualifikation) auf. Offenbar wegen eines Fehlstarts, eine Wiederholung der Szene bot der Weltschwimmverband Fina zunächst nicht an. Davon profitierte der zweitplatzierte Sun. Für die Entscheidung gab es Jubel von den vielen Schwimmfans aus China, aber auch laute Pfiffe und Buhrufe der Kritiker.

Auf der späteren Siegerehrung verweigerte Duncan Scott aus Großbritannien ein gemeinsames Foto und den Handschlag mit Yang. Der 22-Jährige schlug mit dem Russen Martin Maljutin zeitgleich als Dritter an.

Damit ist Scott bereits der zweite Schwimmer nach Mack Horton, der auf dem Siegerpodest gegen den Gewinner protestiert hat. Für seine Aktion erhielt Scott Applaus aus dem Publikum - und einige wahrscheinlich weniger freundliche Worte des Siegers. Sun wendete sich noch auf dem Podest lautstark in Richtung Scott und redete auch beim Abgang nach der Zeremonie auf den Briten ein. "Du Verlierer, ich hab' gewonnen", lästerte Sun laut des Sportinformationsdienstes nach der Siegerehrung

Sun Yang ruft in Richtung von Duncan Scott
Catherine Ivill/Getty Images

Sun Yang ruft in Richtung von Duncan Scott

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Suns WM-Start ist umstritten, nachdem der Dopingsünder von 2014 offenbar in einen neuen Skandal verwickelt ist. Nach der WM droht dem dreimaligen Olympiasieger vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas eine nachträgliche Sperre. Bei einer unangekündigten Doping-Kontrolle in China soll ein Sicherheitsmann Yangs eine Blutprobe mit einem Hammer zertrümmert haben. Suns Anwälte argumentieren, es habe erhebliche Zweifel an den Papieren der Kontrolleure gegeben.

Sun Yang wurde schon 2017 über 200 Meter Freistil Weltmeister
Maddie Meyer/Getty Images

Sun Yang wurde schon 2017 über 200 Meter Freistil Weltmeister

Nach Suns WM-Sieg über 400 Meter Freistil hatte sein australischer Rivale Mack Horton aus Protest den Gang aufs Podium, den Handschlag und das gemeinsame Foto der Medaillengewinner verweigert. Dafür erfuhr der Olympiasieger viel Solidarität aus dem Athletenkreis. "Ich bin froh, dass endlich mal jemand ein Zeichen gesetzt hat", hatte der deutsche Athletensprecher Jacob Heidtmann gesagt.

jan/sid

insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
Redigel 23.07.2019
1.
Was hat der Chinese denn da gerufen? Würde mich mal interessieren.
RalfHenrichs 23.07.2019
2.
"offenbar" und "soll". Aktuell hat der Chinese als unschuldig zu gelten. Alles weitere entscheidet das CAS.
michael_sch17 23.07.2019
3. Teile das Interesse
Hätte auch schon eine Idee, was man zurück rufen sollte. Kann ich hier aber nicht nieder schreiben, da jugendgefährdend.
Henson 23.07.2019
4. Wieder ein Sport am Ende
Jetzt ist Schwimmen auch am Ende. Schade. Dann schaue ich die Woche eben nur noch Tour de France!
frank.huebner 23.07.2019
5. Keine Probe: Schuldig
Zitat von RalfHenrichs"offenbar" und "soll". Aktuell hat der Chinese als unschuldig zu gelten. Alles weitere entscheidet das CAS.
Eine mutwillig nicht abgegebene Bliutprobe bei einer Kontrolle wird als positive Probe gewertet. Eigentlich. Bei den Chinesen wird anscheinend gerne eine Ausnahme gemacht. Man könnte das Ganze entschärfen, wenn man ihn jetzt testet und zwar mit allen Möglichkeien, die die Medizin hergibt.
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