Schwimmen Erneuter Weltrekord für Weltenbummler Rupprath

Thomas Rupprath, 25, sorgt derzeit in der Weltspitze der Schwimmer für Furore. Beim Kurzbahn-Weltcup in Melbourne schwamm der Wuppertaler seinen zweiten Weltrekord in wenigen Tagen und übernahm auch im Gesamt-Weltcup die Führung.


Thomas Rupprath: "Volle Kanne schwimmen"
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Thomas Rupprath: "Volle Kanne schwimmen"

Melbourne - Thomas Rupprath schwimmt derzeit der Konkurrenz davon. Am Sonntag beim Kurzbahn-Weltcup in Melbourne kam der Wuppertaler zum bisher sechsten Weltrekord seiner Laufbahn. Über 100 Meter Rücken unterbot Rupprath eine Woche nach seiner Bestzeit über 50 Meter Rücken in Goslar bereits im Vorlauf mit 50,58 Sekunden die bisherige Bestmarke von Neil Walker (USA). Rupprath übernahm gleichzeitig die Führung im Kurzbahn-Weltcup.

Erfolgreicher Protest


Allerdings musste Rupprath einige Zeit zittern, ehe der Weltrekord bestätigt wurde. Zunächst wurde er wegen einer zu langen Tauchphase nach der Wende disqualifiziert. Erst nach einem Protest der deutschen Mannschaftsleitung und einer genauen Videoanalyse wurde die Disqualifikation aufgehoben. Im Finale musste sich Rupprath später aber Kurzbahn-Weltmeister Matthew Welsh beugen. Der Australier siegte in 51,56 Sekunden vor Rupprath (51,87) und dem Potsdamer Toni Helbig (52,81).

Nach seinem jüngsten Coup gilt Rupprath nun für die Kurzstrecken-EM in Riesa (12.-15. Dezember) als haushoher Favorit. Wenn er Reisestress und Jetlag verkraftet. "Das macht mir nichts aus, und ich werde auch in Riesa volle Kanne schwimmen", so Deutschlands derzeitiger Ausnahme-Schwimmer.

"Fliegen ist anstrengender"


"Ich wusste es, er hat auch diesen Weltrekord drauf", äußerte Trainer Henning Lambertz euphorisch, dessen Schützling derzeit ein Stress-Programm der Sonderklasse absolviert: Vor zehn Tagen noch beim Weltcup in New York, zurück nach Deutschland und Weltrekord über 50 Meter Rücken geschwommen, dann der nächster Weltrekord in Australien. "Jetlag und Reisestress verkrafte ich immer ganz gut, das macht mir nichts aus, obwohl das Fliegen anstrengender ist als das Schwimmen", kommentierte Rupprath seine kleine Weltreise.

Ein Trip, der sich voraussichtlich auch bald in barer Münze auszahlt. Mit seinem Sieg über 50 Meter Rücken in 23,49 Sekunden übernahm er im Kampf um den 50.000-Dollar-Siegerscheck in der Weltcup-Gesamtwertung die Führung. Das Finale findet am 25./26. Januar in Berlin statt. In Melbourne konnte Rupprath zudem eine Zusatzprämie in Höhe von 4000 Dollar für seinen Weltrekord einstreichen.



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