Schwimmen Franzis Ex-Trainer gewinnt Gerichtsverfahren

Der des Dopings beschuldigte Ex-Trainer von Franziska van Almsick, Dieter Lindemann, muss weiter beim Deutschen Schwimm-Verband beschäftigt werden. Dies hat ein Berliner Arbeitsgericht entschieden.


In erster Instanz hat das Berliner Arbeitsgericht entschieden, dass der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) seinen Ex-Trainer Dieter Lindemann vorläufig weiter beschäftigen muss. Dem früheren Coach von Franziska van Almsick war nach der Anklageerhebung im sogenannten Doping-Pilotprozess am 14. Oktober 1997 fristlos gekündigt worden. Dagegen hatte Lindemann, dem die Verwicklung in das systematische DDR-Doping vorgeworfen wird, geklagt. Der Rechtsanwalt des DSV will vor der Entscheidung über eine mögliche Berufung vor dem Landesarbeitsgericht erst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten.

Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2000, muss der DSV Lindemann nun weiter bezahlen. Die Vorsitzende Richterin sagte in ihrer mündlichen Begründung, ein Dopingverdacht gegen Lindemann habe bereits vorgelegen, bevor ihn der DSV eingestellt habe. Entsprechend sei ein Kündigung aus diesem Grund nicht möglich gewesen. Das Verfahren gegen Lindemann war vom Berliner Landgericht gegen die Zahlung einer Geldbuße von 4.000 Mark eingestellt worden.

Einen Vergleich lehnte Lindemann vor Gericht ab. DSV-Anwalt Karl-Christoph von Hülsen hatte die Zahlung einer Abfindung angeboten, deren Höhe Richterin Hinrichs auf rund 82.000 Mark überschlagen hatte. Im Gespräch war laut Lindemanns Anwalt Frank Osterloh auch eine Weiterbeschäftigung als Stützpunkttrainer in Potsdam. Dort sollte der DSV jedoch 85 des Prozentes des Gehaltes während der kommenden 15 Jahre zahlen. Dies lehnte Anwalt Hülsen ab.



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